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Grünes Licht für Reha-PläneWarum auch Wasserbüffel "zur Reha" kommen könnten

Grünes Licht für Reha-PläneWarum auch Wasserbüffel "zur Reha" kommen könnten

Püttlingen/Heusweiler-Bietschied. "Der neue Plan bedeutet eine Reduzierung der Schallemissionen." Mit diesen Worten begründete Nikolaus Jost (SPD) die Zustimmung seiner Fraktion zu Änderungen am Bebauungsplan "Neubau einer Naturheilkunde- und Rheumatologieklinik in Püttlingen"

Püttlingen/Heusweiler-Bietschied. "Der neue Plan bedeutet eine Reduzierung der Schallemissionen." Mit diesen Worten begründete Nikolaus Jost (SPD) die Zustimmung seiner Fraktion zu Änderungen am Bebauungsplan "Neubau einer Naturheilkunde- und Rheumatologieklinik in Püttlingen". Mit der verringerten "Schallemission" ist die erwartete Lautstärke des Zubringer-Verkehrs zum Krankenhaus gemeint, denn Anwohner protestieren deswegen schon seit geraumer Zeit gegen eine erneute Erweiterung des Knappschaftskrankenhauses.In der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2011 stimmten auch die Mitglieder von CDU, Die Linke, FDP und der Vertreter der Grünen den neuen Plänen zu. Lediglich die drei DKP-Vertreter enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme.

Mit diesem mehrheitlich gefassten Beschluss brachte der Stadtrat einen Plan voran, der die Verlagerung der Rehaklinik vom Bietschieder Schlösschen bei Heusweiler an den Standort unterhalb des Krankenhauses vorsieht. Dessen Träger, die "Knappschaft Bahn See", plant dort folgendes: In das Haus der Klinik für Naturheilkunde, die zum Jahreswechsel aufgegeben wurde, zieht die neue Klinik für Psychosomatik ein (wir berichteten). Teile des Hauses könnten aber auch für die Rehabilitation genutzt werden, erläuterte Ralf Beckstein, der stellvertretende Verwaltungsdirektor des Knappschaftskrankenhauses, auf Nachfrage der SZ. Zusätzlich beanspruche die ambulante Reha jedoch weitere Räume, so Beckstein weiter, die durch den erwähnten Neubau erschlossen werden sollen.

"Die Knappschaft plant für das kommende Jahr und rechnet mit einer Bauzeit zwischen einem und zwei Jahren." Voraussetzung für den Neubau ist allerdings der positive Abschluss des Bebauungs-Planverfahrens, das jetzt eingeleitet wird. Dieses Verfahren sieht die Anhörung der Träger öffentlicher Belange und betroffener Bürger vor.

Mit Einsprüchen aus der Bevölkerung, insbesondere aus dem benachbarten Wohngebiet Am Heidknüppel, ist zu rechnen, fordert dort eine Bürgerinitiative doch vehement den Bau einer Umgehungsstraße zur Knappschaftsklinik. Insbesondere im Zusammenhang mit den Neubauplänen der Knappschaft (die ursprünglich noch den Bau einer stationären Reha vorsahen, auf die jetzt allerdings verzichtet wird) befürchten die Anwohner eine aus ihrer Sicht nicht hinnehmbare Zunahme des ohnehin schon belastenden Zubringerverkehrs zum Krankenhaus.

Verwaltungsleiter Beckstein beruft sich dagegen auf ein Verkehrsgutachten, das den Bau einen neuen Klinik-Zufahrt nicht für erforderlich hält, zumal jetzt der "große Bebauungsplan" nicht realisiert wird, also die erwähnte stationäre Reha nicht gebaut wird. Auch ein angedachtes Ärztehaus wird es vorerst nicht geben.

 Noch befindet sich die Reha-Klinik der Knappschaft im Bietschieder Schlösschen. Foto: aki
Noch befindet sich die Reha-Klinik der Knappschaft im Bietschieder Schlösschen. Foto: aki
 Im Saarland gibt es bereits Beweidungsprojekte mit Wasserbüffeln, in Püttlingen könnte eines dazu kommen. Foto: pma
Im Saarland gibt es bereits Beweidungsprojekte mit Wasserbüffeln, in Püttlingen könnte eines dazu kommen. Foto: pma

Püttlingen. Was hat der Neubau einer Rehaklinik am Püttlinger Heidknüppel mit dem geplanten Beweidungsprojekt mit Wasserbüffeln in der Köllertalaue zu tun? Da beim Neubau der Rehaeinrichtung Naturflächen verbraucht werden, sieht der Gesetzgeber vor, dass Geld (so genannte Ökopunkte) in ein anderes Projekt des regionalen Naturschutzes fließt. Hier ist seit Jahren ein Beweidungsprojekt am Wiesenpfädchen zwischen Püttlingen und Köllerbach vorgesehen, bei dem Wasserbüffel dafür sorgen sollen, dass die fortschreitende Verbuschung dieser Sumpflandschaft nicht weiter voran schreitet. Wie nun im Stadtrat bekannt wurde, kann das Wasserbüffel-Projekt erst dann vorangetrieben werden, wenn die Bebauungspläne der Knappschaft Rechtskraft erlangen. et