Grünes Licht für Friedwald

Heusweiler. Der Personal- und Finanzausschuss des Heusweiler Gemeinderates hat den Weg freigemacht für den ersten Friedwald im Köllertal

Heusweiler. Der Personal- und Finanzausschuss des Heusweiler Gemeinderates hat den Weg freigemacht für den ersten Friedwald im Köllertal. Der Ausschuss beschloss einstimmig (bei Stimmenthaltungen von Reiner Zimmer und Hans-Georg Müller, beide SPD, sowie Ulrich Krebs, FDP), dass ein Fried- oder Ruhewald auf einer derzeit brach liegenden Teilfläche links von der Leichenhalle des Eiweiler Friedhofes angelegt werden soll. Es sollen dort 30 Baumschößlinge gesetzt, Sträucher und Hecken beseitigt und die Zaunanlage erweitert werden.Rund 20 700 Euro kostet die Maßnahme. Da die Bäume aber erst in 15 bis 20 Jahren groß genug wären, um den Friedwald auch zu nutzen, erteilte der Ausschuss der Gemeindeverwaltung auf Antrag der SPD den Auftrag, zu ermitteln was ein kurzfristig an der Obersalbacher Zigeunereiche verfügbarer Friedwald kosten würde.

Anfang des Jahres hatte der Eiweiler Ortsrat vorgeschlagen, um Kosten zu reduzieren die eingangs erwähnte Friedhofsfläche zu entwidmen und dem Wald zuzuschlagen. Michael Bunk (NÖL) regte daraufhin an, dort lieber einen Friedwald anzulegen.

Sein Vorschlag fand im Gemeinderat große Zustimmung, und die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Dieses Konzept wurde im August im Eiweiler Ortsrat vorgestellt und einstimmig befürwortet (wir berichteten). Die endgültige Entscheidung oblag nun dem Gemeinderats-Ausschuss. Doch bis der Beschluss gefasst war, wurde kontrovers diskutiert. So sagte Gerd Werner (SPD): "Wir haben schon 26 Grabarten in Heusweiler, jetzt soll eine weitere hinzukommen, da kann ich nur den Kopf schütteln." Dem hielt Hans-Kurt Hill (Die Linke) entgegen, dass man sich nicht gegen neue Bestattungsarten wehren, sondern lieber diejenigen zurückbauen soll, die nicht mehr nachgefragt werden.

Beerdigt nur im eigenen Ort?

Michael Bunk ist kein Freund der kurzfristigen Lösung an der Zigeunereiche. Er begründete es damit, dass dort Parkplätze und Wege fehlen würden, dass dieser Platz in der Nähe der Autobahn und des Rocko del Schlacko-Festivals liege und somit kein Ruhewald sei, zudem vertritt er die Ansicht, dass sich Eiweiler Bürger nicht in Obersalbach beerdigen lassen wollen. Diese Bemerkung rief Widerspruch auf den Plan. So meinte Reiner Zimmer: "Es ist verwunderlich, welche Eigenansprüche aus den Ortsteilen kommen. Ich glaube ja auch nicht, dass sich ein Wahlschieder in Eiweiler beerdigen lassen will. Es werden also Begehrlichkeiten in den Ortsteilen geweckt." Ähnlich Ulrich Krebs (FDP): "Wenn wir sowas in einem Ortsteil anbieten, wird das Kirchturmdenken noch mehr befördert."

Ein wenig Ruhe in die Diskussionen brachte Hiltrud Heimes-Vogel (CDU): "Wir müssen mit der brach liegenden Fläche auf dem Eiweiler Friedhof ja sowieso was machen. Deshalb finde ich die Idee gut, dort einen Platz für Baumbestattungen anzulegen. Auch der Vorschlag der SPD mit der Zigeunereiche ist machbar. Wir könnten dann bei dieser kurzfristigen Lösung sehen, ob ein Friedwald in der Gemeinde angenommen wird."

Wie Bürgermeister Thomas Redelberger sagte, wäre ein Friedwald an der Zigeunereiche direkt umsetzbar. "Man müsste das Gelände ein wenig abgrenzen und Wege anlegen. Die Kirche wäre auch nicht dagegen", ergänzte Redelberger.

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