Großprojekt Kinderspielplatz: 250000 Euro-Investition in Püttlingen

Barrierefreies Spielen : Ein Spielplatz für 250 000 Euro

Hier ist Integration ganz wörtlich ein Kinderspiel: Beim neuen Spielplatz in Köllerbach hat Püttlingen penibel auf Barrierefreiheit geachtet – mit Blick auf die Förderschule nebenan, an der auch kleine Rollstuhlfahrer lernen.

  „Die Kinder dürfen jetzt den Platz erobern!“, sagte Martina Ksinsik vom Kinderschutzbund Püttlingen am Mittwoch bei der Eröffnung des „neuen alten“  Kinderspielplatzes neben der Burg Bucherbach im Püttlinger Stadtteil Köllerbach. Eine Viertelmillion Euro hat die Stadt Püttlingen – einschließlich eines Landeszuschusses von 150 000 Euro – in die Hand genommen.

Das passt ins neue Spielplatzkonzept der Stadt, nach Auskunft von Bürgermeister Martin Speicher (CDU) 2015 beschlossen: Statt vieler, oft öder kleinerer Spielstätten soll künftig jeder Stadtteil ein attraktives Bewegungsfeld vorhalten. Auf der Ritterstraße ist das bereits fertig, in Köllerbach jetzt auch, demnächst sei die Stadtmitte dran, kündigte der Verwaltungschef an.

Dass die Eröffnung bei herrlichem Wetter stattfand, freute sichtlich alle Beteiligten, allen voran die Kinder. Am meisten dürften sich die Schüler der benachbarten Köllertalschule (K-Schule) gefreut haben. Es handelt sich um eine Förderschule des Regionalverbands für Kinder mit körperlichen und motorischen Einschränkungen, darunter viele Rollstuhlfahrer. Auch im Hinblick auf diese Nachbarschaft achtete man beim neuen Spielplatz ganz besonders auf Barrierefreiheit.

150 Schüler lernen in der „K-Schule“. Und ihr Unterrichtsalltag führt sie häufig durchs autofreie Wiesenpfädchen, vorbei an den Wasserbüffeln,  zu eben jenem Bucherbach-Spielplatz. Hangrutsche, Bodentrampolin, Planwagen mit Wackelfaktor, ein Wasser-Spielbereich im Sandkasten und weitere Geräte wurden so geplant, dass sie künftig von „bewegungseingeschränkten und nicht eingeschränkten Kindern“ (so heißt es im Verwaltungsdeutsch) benutzt werden können. Auch einen Gummi-Fallschutzbelag gibt es. Schulleiter Christoph Mittmann lobte: „Ein Riesenfortschritt, jetzt kommen unsere Kinder doppelt so gerne her.“

Andere wohl auch, drücken sich doch seit Wochen Großeltern, Eltern, Kinder und ihre Freunde sozusagen die Nase am Bauzaun platt. Freundlich wirkt nun das Gelände zwischen Burg, Fußballplatz und Köllerbach, mit seinen vier bunten Türmchen der Kletterburg, mit Schaukeln und Balancier-Steg. „Optisch sehr ansprechend“, urteilt Judith Hammerschmitt, die mit einer Gruppe des Turnvereins Köllerbach zur Eröffnung gekommen ist. Sogar das benachbarte WC-Häuschen wurde neu gestrichen und in einem Projekt des Kinderschutzbundes mit dem heimischen Atelier Pigmente und der K-Schule verschönert.

Um die Attraktivität des Standortes weiter anzuheben, hat die Interessengemeinschaft Burg Bucherbach einen Rallye-Parcours für Kinder rund um das 700 Jahre alte Gemäuer installiert. Der Kinderschutzbund Püttlingen hat 10 000 Euro zu dem Großprojekt beigesteuert, ein örtliches Blumenhaus einen privaten Zuschuss gewährt und das Püttlinger „Bündnis für Familie“ eine Sitzbank finanziert.

Kleiner Wermutstropfen: Die Holzbrücke über den Köllerbach, die den autofreien Zugang vom Wiesenpfädchen zur Burg ermöglicht, bleibt wohl noch Wochen, wenn nicht Monate gesperrt. „Aus Sicherheitsgründen“, betonte Speicher: Das Brücklein müsse dringend saniert werden.

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