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Glücklich in den USA
Glücklich in den Vereinigten Staaten

Ihren 18. Geburtstag im Januar feierte Celine Michelle Steil in Disney-World in Florida. Dort hatte sie einen Auftritt mit ihrer Marching-Band.
Ihren 18. Geburtstag im Januar feierte Celine Michelle Steil in Disney-World in Florida. Dort hatte sie einen Auftritt mit ihrer Marching-Band. FOTO: Michelle Steil
Yorktown/Virginia/Püttlingen. Als Gastschülerin in Virginia berichtet Celine Michelle Steil aus Püttlingen von besonderen Erlebnissen. Von Carolin Merkel

„Hallo, hier ist Celine Steil, tut mir leid, dass ich jetzt erst schreibe, aber hier ist viel los.“ So beginnt die Nachricht der 18 Jahre jungen Celine Michelle Steil aus Püttlingen, die unsere Redaktion kürzlich erreichte. Doch nicht in ihrer Heimatstadt hat sie in den vergangenen Monaten so viel erlebt. Vielmehr lebt die ehemalige Schülerin der Willi-Graf-Realschule in Saarbrücken seit August 2017 in Virginia bei einer Gastfamilie.


Lange hat sie für ihren Traum, ein Jahr Aufenthalt in den USA, gekämpft. Entsprechend aufgeregt war das Mädchen, als wir sie im Juli vergangenen Jahres zu Hause besuchten. Damals zählte sie schon die Tage bis zum 8. August. Sehr intensiv hatte sie sich um den Aufenthalt bemüht. Doch mit der passenden Organisation und der Schule im Rücken konnte sich die Schülerin behaupten, Auslands-Bafög gibt’s obendrauf. Wie sie das alles geschafft hat, aber auch ihre Erfahrungen in der neuen, vorübergehenden Wahlheimat, hat sie in mittlerweile zahlreichen kleinen Videos festgehalten, die sie bei YouTube veröffentlicht.

Bereits vor dem Abflug hatte sie mit ihrer Mutter Astrid Steil einen regen Kontakt zu der Gastfamilie, in der sich die Schülerin jetzt sehr wohl fühlt. Auch die Sorgen um den ersten Schultag an der High School, sagt Celine Michelle, waren, rückblickend, unbegründet. Und viel Zeit zum Nachdenken, das zeigt ein kleiner Ausschnitt aus ihrem Erlebnisbericht, hatte sie sowieso nicht.

Im Winter, erzählt sie, ist in Virginia besonders viel los. „Wir hatten Homecoming (ein Schulball), außerdem habe ich fünf verschiedene Instrumente spielen gelernt und war Teil der Marching-Band unserer Schule“, schreibt sie. Mit der Band gab es immer wieder Auftritte in der Halbzeit von Footballspielen. „Wir waren auch zu Wettkämpfen, bei denen wir gegen Marching-Bands anderer Schulen antraten. Unsere Band ist eine der besten in ganz Virginia“, erzählt sie stolz. „Wir feierten auch Thanksgiving, es gab ganz viel leckeres Essen, ich habe Spätzle gemacht“, berichtet sie weiter. „Danach sind wir bis um zwei Uhr nachts am Black Friday shoppen gegangen.“

Und wie war Weihnachten fernab der Heimat? „Am 24. Dezember waren wir in der Kirche und sind danach japanisch essen gegangen. Hier feiert man Weihnachten am 25. Dezember, es gab wieder mal eine Menge zu essen und man packt Geschenke am Morgen aus, nicht wie in Deutschland abends“, erzählt sie. „Silvester habe ich bei Freunden verbracht. Wir haben nichts Spektakuläres gemacht, da man hier kein Feuerwerk haben darf“, fügt Celine Michelle hinzu.



Im Januar, das haben auch wir in den Nachrichten verfolgen können, legten die Schneemassen das öffentliche Leben in vielen Teilen der USA lahm. „Wir haben so viel Schnee bekommen, dass unsere Halbjahresprüfung abgesagt wurde und wir sieben Tage keine Schule hatten.“ Einen ganz besonderen 18. Geburtstag durfte die Schülerin im Januar feiern. „Wir sind mit der Marching-Band nach Florida geflogen, sind dort zu Disney-World und durften bei der Disney-Parade mitlaufen und spielen“, berichtet sie. „Um ehrlich zu sein, ich möchte hier nicht mehr weg, ich habe die Leute alle so ins Herz geschlossen, und die Schule ist viel einfacher“, sagt die Schülerin begeistert.

Mit der Marching-Band ihrer Schule hatte Celine Michelle Steil immer wieder Auftritte in der Halbzeit von Footballspielen. In den USA lernte die Püttlingerin, fünf Instrumente zu spielen.
Mit der Marching-Band ihrer Schule hatte Celine Michelle Steil immer wieder Auftritte in der Halbzeit von Footballspielen. In den USA lernte die Püttlingerin, fünf Instrumente zu spielen. FOTO: Michelle Steil