Geschichten aus dem Musikerleben

Püttlingen. Einen mitreißenden Auftritt lieferte am Freitagabend der Sänger und Gitarrist Paddy Schmidt beim Konzert des Kulturforums Köllertal im Bahnhof Püttlingen. Was der Künstler da alleine mit Gitarre, Mundharmonica und Stimme fabrizierte, das war schon ganz große Klasse

Püttlingen. Einen mitreißenden Auftritt lieferte am Freitagabend der Sänger und Gitarrist Paddy Schmidt beim Konzert des Kulturforums Köllertal im Bahnhof Püttlingen. Was der Künstler da alleine mit Gitarre, Mundharmonica und Stimme fabrizierte, das war schon ganz große Klasse. Da bedauerten einige der vielen Zuschauer im vollen Bahnhof lediglich, dass sie dem dargebotenen Irish Folk am Tisch sitzend genießen mussten, sie hätten lieber zu den meist schwungvollen Melodien getanzt.Schmidt ist der Frontman der bekannten Irish-Folk-Gruppe "Paddy goes to Holyhead", und sein ausgezeichnetes Deutsch überrascht nur auf den ersten Blick. Denn eigentlich heißt Paddy Harald Kligge und stammt aus Detmold. Die Bühne hat er sich nach 25 Jahren als Musiker in mehr als 3000 Auftritten schon mit internationalen Größen wie Rory Gallagher, den Beach Boys und Jethro Tull geteilt.

Die Gitarre benutzt Paddy ausschließlich als Begleitinstrument, meist mit schwungvollen Akkorden, gelegentlich auch gezupft. Sein Solo-Instrument ist die Mundharmonica, die in Folk Kreisen Blues-Harp genannt wird. Paddy hat gleich einen ganzen Koffer davon, fast bei jedem Song greift er eine andere, die er dann auf sein Halsgestell montiert, um die Hände frei für die Gitarre zu haben. Gelegentlich bringt er auch eine Bag-Pipe, einen Dudelsack gekonnt und lautstark zum Einsatz.

Aus dem Musikerleben hatte er unzählige Geschichten parat. Zum Beispiel diese: "Angefangen hat alles, als ich bei Partys spielte, dann bei Geburtstagen, auf Hochzeiten, Silberhochzeiten - Beerdigungen." Was man auf Beerdigungen spielt? Etwa die melancholische Ballade "Warwick Circus". Weitaus lustiger geht es bei Kneipenfestivals zu. "Einer meiner größte Fehler war es, bei einem solchen mitzumachen", witzelte er. Seine Begründung: "Da wünschen die sich ja alles Mögliche." Er hat dazu den "Wild Rover" parat, das er als "irisches Universallied" bezeichnet. Wie er dann auch gekonnt vorführte, passt der Text dieser Weise leicht verändert klasse zu anderen bekannten Titeln, etwa zu Deep Purples "Child in Time" oder zu "Locomotive Breath" von Jethro Tull und zu "Lola" von den Kinks. Zur Not auch zu "Marmor, Stein und Eisen bricht", "La Bamba" oder "Quantanamera". al