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Geheimnisse des Sonnenuhrengartens

Köllerbach. Am vergangenen Sonntag, im Garten von Uhrmachers Haus: "Heute haben wir viel Glück. Unsere Elementaruhren gehen ausnahmsweise mal richtig", scherzt Klaus Hoffmann vom Freundeskreis Alter Uhrmacherkunst. Hintergrund: Elementaruhren sind Sonnenuhren und diese funktionieren tatsächlich nur bei Sonnenlicht Von SZ-Mitarbeiter Walter Faas

Köllerbach. Am vergangenen Sonntag, im Garten von Uhrmachers Haus: "Heute haben wir viel Glück. Unsere Elementaruhren gehen ausnahmsweise mal richtig", scherzt Klaus Hoffmann vom Freundeskreis Alter Uhrmacherkunst. Hintergrund: Elementaruhren sind Sonnenuhren und diese funktionieren tatsächlich nur bei Sonnenlicht. Das strahlte am Sonntag frühlinghaft schön, so dass Hoffmann prima die verschiedenen Sonnenuhren erklären konnte. "Wenn der Schattenstab richtig positioniert ist, kann man sehr exakt Tag und Stunde ablesen", erklärte Hoffmann den Besuchern. In der Tat erkannten schon die Ägypter um 1500 vor Christus diesen Zusammenhang, und bis zum heutigen Tag haben sich Elementaruhren als Liebhaberstücke gehalten, mit "Wahren Ortszeiten", "Mitteleuropäischen Ortszeiten", mit Ablesbarkeit nur von Norden oder mit Schatten, die Menschen durch ihre eigene Person werfen. Am besten geht man an einem sonnigen Tag und zu den Öffnungszeiten ins Saarländische Uhrenmuseum und lässt sich von den Mitgliedern des rührigen Vereines in die Geheimnisse des Sonnenuhrengartens einführen. Bei dieser Gelegenheit kann man nicht nur die übrigen zahlreichen Exponate im Uhrenmuseum besichtigen, sondern sich auch die allerneueste Errungenschaft des Hauses zeigen lassen. Es handelt sich um eine so genannte "Geochron World Clock". Computer-gesteuert und vom Aussehen her einem Flachbildschirm gleichend, zeigt der Geochron (unter anderem) punktgenau an, wo aktuell auf der Erde Tag und wo Nacht ist. Am Sonntag beim interaktiven Museumstag erklärte Ferdinand Mesarosch den Besuchern diese faszinierende Uhr. Schön war dabei zu erkennen, dass derzeit in Alaska 24 Stunden am Tag Licht herrscht, während auf der anderen Seite der Erdhalbkugel, etwa am Kap Hoorn, nur achteinhalb Stunden Tag ist. Mesarosch: "Mit den Jahreszeiten dreht sich dieses Verhältnis um, und wir haben im Jahr nur zwei Tage, den 21. März und den 21. Oktober, mit einer absoluten Tag-Nachtgleiche". Auch dies kann man am Geochron in dekorativer Form und sehr exakt ablesen, weshalb sich diese Weltuhr hervorragend für die museumspädagogische Arbeit mit Kindern eigne. Zu guter Letzt erklärte Michael Müller, Mitglied im Freundeskreises, Vorsitzender des Heimatkundlichen Vereins Püttlingen und Co-Autor mehrerer regionaler Geschichtsbücher, den Besuchern, wie vor exakt 100 Jahren die Köllertalbahn gebaut wurde. Müller zog dabei einen interessanten Vergleich: "Die waren damals in vier Jahren fertig. Bei der Saarbahn scheint es länger zu dauern." Das Saarländische Uhrenmuseum im Püttlinger Stadtteil Köllerbach, Engelfanger Straße 3, ist sonntags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. (0 68 06) 48 02 84 oder (0 68 98) 69 11 56 geöffnet. "Unsere Elementaruhren gehen ausnahmsweise mal richtig" Klaus Hoffmann vom Freundeskreis Alter Uhrmacherkunst