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Gegen Einsamkeit im Alter - in Püttlingen

Gegen die Einsamkeit : Im Alter soll der Alkohol kein Tröster werden

Grumbeerknepp versus Einsamkeit, Bibbelschesbohnesupp gegen die Beschwernisse des Alters: Die Infoveranstaltung zum Thema „Nachbarschaftstische“ lockte in Püttlingen 50 Interessierte an. Unterm Strich ging es darum, besser alt zu werden – ohne Einsamkeit. Und ohne Sucht.

Die Zahl der Senioren wächst auch in Püttlingen. Nicht alle kommen mit dem Alter klar.  Vereinsamung, Armut und Depressionen verleiden vielen den Lebensabend. Nicht wenige greifen zu tückischen Tröstern wie Alkohol und Tabletten. 

Mit der neuen Aktion „digital.vital“ möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, kurz Bagso genannt, Betroffenen helfen. Oder ein Abgleiten in die Krise am Lebensabend sogar verhindern. Die Bagso hat für dieses Projekt, das sich derzeit noch in der Pilot-, also Erprobungsphase befindet, neben zwei weiteren deutschen Kommunen auch die Köllertalstadt Püttlingen ausgesucht.

Dieser Tage fand dazu eine erste Informationsveranstaltung in der Stadthalle Püttlingen statt. Die Rathausverwaltung um die Bürgermeisterin Denise Klein mit der Leiterin des Seniorenbüros, Margret Schmidt, hatte die Federführung. „Die Nachbarschaftstische sind mehr als eine Mahlzeit. Sie lassen uns einander zuhören, voreinander lernen, aufeinander Acht geben“, sagte in der Begrüßung die Verwaltungschefin. Schmidt, Leiterin des Seniorenbüros, erklärte die Zielsetzung: „Hauptsächlich geht es darum, ein Angebot von ehrenamtlichen Nachbarschaftstischen speziell für ältere und alleinlebende Menschen zu schaffen.“ Dies könne, sagt Schmidt, in Privathaushalten in der Nachbarschaft vonstattengehen, aber auch bei Vereinen, Hilfsorganisationen oder anderen Einrichtungen im Stadtgebiet, die sich mit sozialen Fragen beschäftigen. Kein Wunder also, dass an der Infoveranstaltung neben rund 50 Zuhörern auch Vertreter der Bagso, des Seniorenbeirates sowie des Mehrgenerationenhauses Püttlingen, der  Erwerbslosenselbsthilfe, des Roten Kreuzes und des Regionalverbandes Saarbrücken mit Infoständen  teilnahmen.

Für die musikalische Umrahmung sorge Thomas Schillo an der Violine. Wie es nun weitergehen soll, erläuterte Margret Schmidt vom Seniorenbüro auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung. „Geplant ist eine Umfrage: Wer will sich einbringen? Wer hat noch neue Ideen? Außerdem soll sich eine Arbeitsgemeinschaft gründen, um das Thema  zu präzisieren.“

www.puettlingen.de

 Das Symbolbild zeigt eine ältere Dame, die sich in der Einsamkeit mit Alkohol  zu trösten versucht. Experten zufolge gibt es deutlich mehr alkohol- oder medikamentenabhängige Senioren.
Das Symbolbild zeigt eine ältere Dame, die sich in der Einsamkeit mit Alkohol  zu trösten versucht. Experten zufolge gibt es deutlich mehr alkohol- oder medikamentenabhängige Senioren. Foto: picture alliance / dpa/dpa Picture-Alliance/Ingo Wagner

www.digital-vital.de