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KSV Köllerbach vor Spitzenkampf: Fußball spielen doch fast alle ...

KSV Köllerbach vor Spitzenkampf : Fußball spielen doch fast alle ...

Topduell in der Ringer-Bundesliga: Spitzenreiter KSV Köllerbach erwartet an diesem Samstag um 19.30 Uhr den Zweiten TV Aachen-Walheim.

Die Trainingseinheit in der Kyllberghalle ist intensiv. Unter den strengen Augen des Mannschaftsverantwortlichen Thomas Geid bereiten sich die Bundesliga-Ringer des KSV Köllerbach auf den Rückrundenstart gegen den Tabellenzweiten TV Aachen-Walheim an diesem Samstag um 19.30 Uhr vor. Auf der großen Matte feilen Weltklasse-Ringer Berkhan Mankiev und Etienne Kinsinger an der Technik. Ein Sportler, der noch nicht so sehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden hat, freut sich umso mehr auf das Topduell des Spitzenreiters gegen Verfolger Aachen-Walheim. „Die Kyllberghalle ist einfach ein Hexenkessel“, sagt Valentin Seimetz: „Es ist herausragend, hier in der Bundesliga antreten zu können.“

Für den Informatik-Studenten gab es von frühester Kindheit eigentlich keine Alternative zum Ringer-Sport. Vater Markus war Ringer und trainiert beim KSV Köllerbach den weiblichen Nachwuchs. Schwester Sophie hat bei deutschen Meisterschaften Medaillen gewonnen. Bruder Martin geht für die zweite Mannschaft des KSV auf die Matte. Valentin Seimetz hat vom Ringer-Kindergarten bis zur Bundesliga alle Mannschaften des Vereins durchlaufen. „Fußball? Das ist mir zu viel Mainstream“, sagt der 21-Jährige – und lacht. „Beim Ringen braucht man Kraft, Technik, Taktik, Gleichgewichtssinn und auch viel Gefühl für die Situation. Für mich ist der Leistungssport auch ein idealer Ausgleich zum Studium“, ergänzt Seimetz lächelnd, der an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken als wissenschaftliche Hilfskraft arbeitet und gerade seine Bachelor-Arbeit schreibt. „Er ist ein sehr feißiger, intelligenter Sportler“, lobt Geid seinen Schützling: „Trotz aller schulischer Belastung hat er nie sein Training vernachlässigt.“

Dennoch kam Seimetz im vergangenen Jahr nur auf einen Bundesliga-Einsatz in der Klasse bis 61 Kilogramm. Zum Vergleich: Vor drei Jahren waren es in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm neun Einsätze. „Ich musste mich an der Uni sehr konzentrieren, wollte darum auch kein Gewicht machen“, erklärt der in Lummerschied wohnende Freistil-Spezialist.

In dieser Saison ist Seimetz für die 61-Kilogramm-Klasse vorgesehen. Er stellte sich am vergangenes Kampftag beim KSV Witten (17:4) aber in den Dienst der Mannschaft und trat in der Klasse bis 66 Kilogramm an. „Es ist taktisch sicher ausbaufähig, aber für den ersten Kampf der Saison war ich zufrieden“, sagt Seimetz, der die 0:2-Niederlage gegen den körperlich überlegenen Junier Castillo in Grenzen halten konnte. „Aus solchen Kämpfen kann man lernen, wenn man dabei an seine Grenzen gehen muss“, sagt Geid: „Und auch eine knappe Niederlage kann für den Gesamterfolg der Mannschaft wichtig sein.“

Der steht auch an diesem Samstag im Spitzen-Kampf Erster gegen Zweiter der Bundesliga-Gruppe West über allem. „Wir dürfen nicht hochmütig werden“, warnt Geid, trotz der enormen Dominanz der Köllerbacher in dieser Saison. Er sagt: „Wir haben in Aachen-Walheim zwar mit 28:1 gewonnen, aber da war der Gegner noch völlig unorganisiert. Er ist nicht ohne Grund Zweiter und nach dem Stilart-Wechsel muss man sehen, mit welcher Mannschaft Aachen-Walheim bei uns antritt.“ Doch Geid erklärt auch: „Wir wollen die Vorrundengruppe als Erster abschließend, dann gehen wir in den K.o.-Kämpfen den beiden anderen Gruppensiegern bis zum Finale aus dem Weg.“ Einen Weg, den das Köllerbacher Eigengewächs Valentin Seimetz bis zum Ende mitgehen möchte: „Unser Ziel ist die Meisterschaft.“

Der KSV Köllerbach wird im Spitzenkampf an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Kyllberghalle gegen den TV Aachen-Walheim voraussichtlich auf Etienne Kinsinger verzichten. Er hat nach gesundheitlichen Problemen Trainingsrückstand.