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Musik macht auch im Alter Spaß
Für die Musikschule ist es nie zu spät

In der Musikschule Püttlingen werden auch Senioren unterrichtet: Angelika Feld (70) an der Geige und Monika Roth (74) am Klavier.
In der Musikschule Püttlingen werden auch Senioren unterrichtet: Angelika Feld (70) an der Geige und Monika Roth (74) am Klavier. FOTO: Iris Maria Maurer
Püttlingen. Auch als Senior lässt sich lernen, wie man richtig in ein Saxofon bläst, ein Klavier anschlägt oder Akkorde spielt. Von Walter Faas

17 Musikschüler sind früher geboren als 1956, 74 weitere zwischen 1957 und 1991. „Unsere Musikschule ist schon lange auf Senioren eingestellt. Der älteste Klavierspieler ist Jahrgang 1934“, sagt Stefan Weber. Weber leitet die Musikschule Püttlingen. Monika Roth, Jahrgang 1944, kommt wöchentlich einmal zur Klavierpädagogin Natalia Wolsdorfer, zum Üben. „Ich habe als Kind schon Klavier gespielt. Dann, nach dem Studium, haben erst mal meine Kinder Musikunterricht gehabt, bis ich im Pensionsalter beschlossen habe, selbst wieder einzusteigen“, sagt die ehemalige Lehrerin Roth.


Ihrer Kollegin Angelika Feld, die dieser Tage ihren 70. Geburtstag feierte, ging es ähnlich. „In unserer Familie gab es immer schon Geigen und Cellos, so dass ich schon im frühen Alter Noten gelernt habe.“ Unterbrochen von Pausen hat Feld dann jahrelang im Orchester die Geige gespielt, bis sie sich vor Jahren, wie auch Roth, zum Einzelunterricht entschloss. Was gibt ihnen das? Das wollten wir von den beiden Musikschülerinnen wissen.

„Es ist der Kontakt mit dem musikalischen Umfeld. Wenn das Üben manchmal auch schwerfällt, ist es doch gut für die grauen Zellen“, antwortet Roth. Findet Feld auch: „Der einmalige Zusammenhalt im Orchester bringt mir viel Freude. Und der Unterricht stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen, das ist gut für den Kopf.“ Stefan Weber kann das nur unterstreichen: „Es ist ja bekannt und anerkannt, dass lebenslanges Lernen wichtig für die Gesundheit ist. Ob Sie im Alter Fremdsprachen lernen oder ein Musikinstrument, es wirkt sich in jedem Fall positiv aufs Gehirn aus.“

Viele seiner Senioren-Schüler, sowohl Neu- als auch Wiedereinsteiger, hätten sich diese Weisheit zu eigen gemacht. Gleichwohl spürt Weber Unsicherheiten, wenn es im Erstgespräch um die Wahl des richtigen Instrumentes geht. „Viele sagen, ich traue mir das nicht zu. Kann ich das?“ Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass die Chemie zwischen Lehrern und erwachsenen Schülern meist stimme, dass die Wahl des richtigen Instrumentes („in den ersten Wochen stellt die Musikschule gerne auch ein Instrument probeweise zur Verfügung“) von Vorlieben abhängig sei und dass, einmal entschlossen, die meisten Senioren Spaß haben und lange „bei der Stange bleiben“.

Weber: „Ob es beim Einzelunterricht bleibt oder sogar die Teilnahme an einem unserer Orchester möglich ist, wird im Gespräch zwischen Lehrer und Schüler geklärt.“ Wie auch immer: Bei Senioren besonders beliebt ist das Saxofon, gefolgt vom Klavier und dem Unterrichtsfach Gesang. Bleibt nachzutragen, dass in der Musikschule Püttlingen, im Gegensatz zu anderen Einrichtungen, der Unterricht zu den gleichen Tarifen wie für die jungen Schüler zu haben ist.