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Forststraße 423 zwischen Püttlingen und Schwalbach bleibt erhalten

Knappe Entscheidung im Stadtrat : Forststraße 423 zwischen Püttlingen und Schwalbach bleibt erhalten

2533 Meter lang und ein kleines Politikum: Die Forststraße 423 sorgt für kontroverse Debatten. Das kleine kurvenreiche Sträßchen führt vom Ende der Sprenger Straße im Püttlinger Stadtteil Köllerbach zum sogenannten „Sauwasen“, dem Veranstaltungsort des „Rocco del Schlacko“ und zum Autobahnanschluss der A 8 Schwarzenholz/Schwalbach.

Eine gern genommene Abkürzung durch den Wald, die von vielen während der Bauphase von vier Windrädern vermisst wurde.

Jetzt stehen diese sogenannten Windkraftanlagen direkt am Weg, sind 149 Meter hoch, haben einen Rotorumfang von 116 Metern und können, unter Umständen, Eisbrocken abwerfen – entsprechende Warnhinweise sind angebracht. Bei der 423 handelt es sich um eine Landesstraße, die überwiegend auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Schwalbach liegt. Eigentlich wollte das Land diese Straße „entwidmen“, also nach der Bauphase der erwähnten Windräder ganz aufgeben. Zum Bedauern der Auto fahrenden „Abkürzer“, zur Freude von Eltern und Großeltern mit radfahrenden Kindern oder Rentnern mit ihren Hunden. Gegen die Schließung gab es viele Einwendungen und folgenden Deal: Das Land setzt die Forststraße instand, das ist mittlerweile geschehen. Die Straße wird wieder für den Autoverkehr freigegeben, mit Ausnahme der Monate Dezember und Januar. Es erfolgt generell kein Winterdienst.  Die Gemeinde Schwalbach übernimmt die sogenannte Straßenbaulast, auch für den Teil, der sich auf der Gemarkung der Stadt Püttlingen befindet, die Kosten werden geteilt. Sollten in Zukunft weitere Baumaßnahmen erforderlich werden, sind diese „im gegenseitigen Einvernehmen“ zwischen Schwalbach und Püttlingen festzulegen, bedürfen sogar eines Ratsbeschlusses, wenn diese den Betrag von 5000 Euro übersteigen.

In der jüngsten Sitzung des Püttlinger Stadtrates ging die Abstimmung zugunsten der Forststraße 423 denkbar knapp aus. 15 Abgeordnete waren dafür, 14 dagegen, ein Stadtratsmitglied enthielt sich.  Damit ist der Fortbestand der Forststraße 423 gesichert. Reinhold Schmitt, Sprecher der SPD im Püttlinger Rat, begründete die Ablehnung seiner Fraktion unter anderem damit, dass die Straße in den Wintermonaten selbst dann gesperrt ist, wenn das Wetter, wie aktuell, überhaupt keinen Winterdienst erforderlich macht. Schmitt sagte: „Mittlerweile stellt sich die Frage, ob es nicht aus ökologischen Gründen beziehungsweise Klimaschutzgründen sinnvoller ist, die vollständige Sperrung als die beste Lösung anzusehen. Die SPD hätte auch damit kein Problem.“ Auto fahrende Mitbürger sehen das offensichtlich anders. Das hat die SZ bei ihren Recherchen festgestellt: Die frisch asphaltierte 423 wird tüchtig befahren.