Es passte alles zusammen

Rang drei in der Liga und Saarlandpokal-Sieg: Der HSV Püttlingen blickt auf eine tolle Saison zurück. Dass sich der Erfolg wiederholen lässt, glaubt Trainer Hans-Werner Müller nicht. Denn mit Aleksandra Jelicic und Miljana Cosic hören zwei Stützen auf.

Trainer Hans-Werner Müller gerät ins Schwärmen, wenn er auf die vergangene Saison zurückblickt. Kein Wunder, schließlich setzten die Spielerinnen des HSV Püttlingen gleich mehrere Bestmarken. Mit dem dritten Platz in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erreichten sie die höchste Platzierung in der Vereinsgeschichte . Außerdem gaben sie in der Rückrunde nur einen Punkt ab. Und holten als Titelverteidigerinnen zum zweiten Mal den Saarlandpokal.

"Ich bin mit der vergangenen Saison natürlich mehr als zufrieden, eine geniale Leistung. Der dritte Platz ist eine absolute Top-Platzierung. Und dass wir den Pokal geholt haben und in der kommenden Saison als einziger saarländischer Vertreter im DHB-Pokal antreten werden, ist auf jeden Fall ein Höhepunkt. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen", sagt Hans-Werner Müller voller Stolz.

Im Jahr davor zeigte der HSV Püttlingen noch ein anderes Gesicht und schloss die Oberliga-Saison auf Tabellenrang neun ab. Die Abstiegsplätze waren in einigen Phasen nicht weit entfernt. Doch es waren nicht viele Schrauben, an denen der Übungsleiter drehen musste, um Erfolg herbeizuführen. Mit Karoline und Sabine Müller stießen nur zwei neue Spielerinnen zum Püttlinger Kader. Diese hätten jedoch den Unterschied im Vergleich zur Vorsaison ausgemacht. "Sie haben sofort super eingeschlagen und uns wesentlich weitergeholfen. Besonders Karoline war ein wichtiger Faktor in unserem Spiel. Letzten Endes hat in diesem Jahr alles zusammengepasst, die Mannschaft hat sich endgültig gefunden", erklärt Hans-Werner Müller. Er ergänzt: "Die Stimmung war über die gesamte Spielzeit großartig, auch nach weniger guten Spielen. Das hat dazu geführt, dass wir auch die Spiele gewonnen haben, die wir im Jahr davor noch knapp abgeben mussten."

Für den ganz großen Wurf - die Meisterschaft und den Aufstieg in die Dritte Liga - reichte es für Püttlingen nicht. Mit dem Tabellenzweiten SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam waren die Saarländerinnen am Ende zwar punktgleich (42:10 Zähler). Allerdings holte der TSV Kandel fünf Punkte mehr als diese beiden Mannschaften und konnte bereits Mitte April den Titelgewinn feiern. Hans-Werner Müller rechnet vor: "Wir hatten in der Hinrunde größere Personalprobleme und immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen, wie im Spiel in Kandel. Dazu kam, dass wir in Mundenheim einen Punkt verschenkt haben und gegen Zweibrücken total neben der Spur waren. Das sind eben genau diese fünf Punkte."

Bei aller Euphorie schätzt der Trainer die Zukunft des Vereins sachlich ein. Er ist sich sicher, dass eine derartige Saison für den HSV so schnell wohl nicht zu wiederholen sei. Mit der Püttlinger Top-Torjägerin Aleksandra Jelicic und Miljana Cosic muss er in der kommenden Spielzeit auf zwei Stützen verzichten. Die 42 Jahre alte Jelicic beendet ihre Karriere. Cosic muss aufgrund ihres Berufes kürzertreten. "Sie werden eine große Lücke hinterlassen. Sie bleiben dem Verein aber erhalten und werden zum Einsatz kommen, wenn es überhaupt nicht laufen sollte", sagt Hans-Werner Müller, der darauf verweist: "Es war eine Ausnahmesaison. Im kommenden Jahr peilen wir einen einstelligen Tabellenplatz an."

Püttlingens Trainer Hans-Werner Müller lobt: „Ich bin mit der vergangenen Saison natürlich mehr als zufrieden, eine geniale Leistung. Der dritte Platz ist eine absolute Top-Platzierung.“ Foto: Klos Foto: Klos

Die Kaderplanung ist fast abgeschlossen: Mit Michelle Hartz von der JSG Süd-Ostsaar und Florence Ulrich von der HSG Dudweiler-Fischbach stehen zwei Neuzugänge fest. "Wir sind noch auf der Suche nach einer Verstärkung am Kreis. Spruchreif ist noch nichts", sagt Hans-Werner Müller.