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Erstaunlich, was Püttlingen alles bietet

Erstaunlich, was Püttlingen alles bietet

„Caminando juntos – Gemeinsam unterwegs!“ Unter diesem Motto gestaltete der Püttlinger Hilfsverein „Aktion 33“ am Samstag drei Wanderungen rund um die Köllertalstadt. Mit Start und Ziel am Kloster Heilig Kreuz.

Wenn sich Wege kreuzen mit dem Ziel, Hilfe zu leisten, kommt der Püttlinger Hilfsverein "Aktion 33" ins Spiel. Der sammelt seit 1986 finanzielle Bausteine für seine Missionsarbeit in Bolivien. Zur Erinnerung: Dort wirkte der aus Püttlingen stammende Kardinal Joseph Maurer (1900 bis 1990) als "Mittler zwischen den Welten". Seither besteht eine Partnerschaft zwischen dem Bistum Trier und der bolivianischen Kirche. Gefördert werden Internate, Suppenküchen, Waisenhäuser, Werkstätten und eine Bibliothek. Darüber hinaus gibt es die ideelle, tatkräftige und auf christlicher Überzeugung basierende Unterstützung der Bevölkerung, die teils in Armut und sozialer Ungerechtigkeit lebt. Das kostet alles Geld, Zeit und Engagement, besonders Ideen sind gefragt, sagen Monika und Peter Ziegler, ein Püttlinger Ehepaar, das sich das Vorstandsamt im Verein teilt. Zum dritten Mal bot die "Aktion 33" am vergangenen Samstag eine Sternwanderung von und zum Kloster Heilig Kreuz an. Zweimal zehneinhalb Kilometer, plus eine Kurzstrecke für die nicht mehr gar so Flotten, erstaunlich, was Püttlingen in Sachen Wanderwege zu bieten hat. Beispiel eins: "Dem Himmel ein Stück näher" hat Werner Pink seine Tour genannt. Was lag näher, als den "Monte Schlacko" zu erklimmen? Gemeint ist natürlich die längst renaturierte Bergehalde mit steilem Anstieg, Gipfelkreuz, großer Weitsicht. Pink führte die Teilnehmer sogar zu einem Punkt, an dem man gleich sechs Köllertal-Kirchen im Blick hat. Beispiel zwei: Monika Ziegler zeigte ihrem Gefolge die Spuren von Kardinal Maurer. "Eine äußerst interessante Führung, am meisten hat uns das Retabel in der Liebfrauenkirche beindruckt", sagt Thomas Gothier, der mit seiner ganzen Familie teilnimmt. Bei dem erwähnten Retabel handet es sich um eine geschnitzte Altarwand mit szenischen Darstellungen von Menschen in der ganzen Welt, naturgemäß auch aus Bolivien. Sehenswert! Beispiel drei: Franz Reimringer führt seine Teilnehmer zu Püttlinger Wegekreuzen. "Da gibt es so viel zu erklären", so Albert Steimer, der Fahnenträger der Gruppe (mit bolivianischer Flagge). Meist handelt es sich bei den Püttlinger Wegekreuzen um Hinweise zu Unfällen, jähen Todesfällen (oft im Bergbau), um Gefallenen- und Dankeskreuze. Inspiriert durch die frische Frühlingsluft und geistig angeregt durch die Hinweise ihrer Wanderführer erreichen die drei Wandergruppen pünktlich zur Mittagzeit ans Kloster Heilig Kreuz. Passt prima, dass das Helferteam um die Küchenchefinnen Gertrud Biesel und Susanne Krauss gerade einen deftigen Erbseneintopf am Brodeln hält. "Just das Richtige nach dieser Veranstaltung", sagt Peter Ziegler.

Zum Thema:

Peter Ziegler von der Püttlinger "Aktion 33" freute sich über die Spendenbereitschaft der Wanderer: "Das Geld kommt unseren Internaten in Bolivien zugute, deren Lehmhütten zum großen Teil erneuert werden müssen, bei geschätzen Kosten von 60 000 US-Dollar." www.aktion33.de