Endspurt an der Großbaustelle in Püttlingen

Köllertalstraße wird bald freigegeben : Endspurt an der Großbaustelle in Püttlingen

Mitte November soll der Verkehr in der Köllertalstraße wieder fließen, sagt die Stadtverwaltung.

Stau am Bau, aber jetzt ist das Ende in Sicht. Nach langen Bauarbeiten wird die Köllertalstraße in Püttlingen bald wieder für den Durchgangsverkehr freigegeben. „Wenn das Wetter mitspielt, vermutlich Mitte November“, sagt Hans Egon Maurer, Tiefbauexperte des Eigenbetriebs „Technische Dienste“ der Stadt Püttlingen.

Rund zwei Kilometer ist die Köllertalstraße lang. Noch sieht der Laie hier viel Unfertiges, doch Maurer relativiert den Eindruck: „Hier werden momentan die letzten Baugruben geschlossen, die Bürgersteige erneuert, danach ist die Asphaltdecke an der Reihe.“ 700 Meter Hauptkanal, 1000 Meter Gas- und Wasserleitung, Lichtkabel, Glasfaser für schnelles Internet, marode gewordene Hausanschlüsse – es gibt kaum eine Tiefbauarbeit, die die Arbeiter nicht erledigt haben während der gemeinsamen Baumaßnahme von Stadt, Landesbetrieb für Straßenbau (LFS) und Versorgungsunternehmen.

Und was kostet das Ganze? „Rund 3,5 Milllionen Euro“, antwortet Maurer. Baubeginn war im Herbst 2017. Zweimal machten die Arbeiter eine Winterpause, in der die Köllertalstraße mit Einschränkungen befahrbar war. Wenn sie schufteten, gab es, außer für die Anwohner, kein Durchkommen. Zu eng, zu lang ist die Köllertalstraße, um dort beispielsweise mit einer Ampel den Verkehr zu regeln. Pendlern blieb nichts anderes übrig, als die Köllertalstraße beinahe 24 Monate weiträumig zu umfahren, entweder über das Breitfeld und die Köllerbacher Sprenger Straße oder aber über die Stadtteile Bengesen und Ritterstraße beziehungsweise den Köllerbacher Sommerberg. Gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan räumt Experte Maurer eine Bauverzögerung von einem Vierteljahr ein. Der Grund dafür sei der unvorgesehene, jedoch notwendige Austausch von Gasleitungen gewesen. Die Straße bleibe für den Durchgangsverkehr frei. Maurer: „Verkehrsberuhigende Maßnahmen sind untersucht worden, sind aber kaum zu realisieren, da es sich hier um eine offizielle und stark befahrene Landesstraße handelt.“ Lediglich im vorderen Teil, wo eine 200 Meter lange und fünf Meter hohe Mauer den Geisberg abstützt, werde, auf der gegenüberliegenden Seite, der Bürgersteig verbreitert, so dass die Anwohner dort besser parken können.

Bleibt die Frage, was aus dem provisorischen Kreisel am Köllerbacher Sportplatz wird. „Der wird mit der Freigabe der Köllertalstraße wieder zurückgebaut“, antwortet Maurer. Was so mancher Autofahrer bedauern wird. Bei vielen Bürger ist der Kreisel nach SZ-Informationen gut angekommen. „Wissen wir auch“, sagt Maurer, doch für Verkehrskreisel sei nicht die Stadt Püttlingen, sondern der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) mit Sitz in Neunkirchen zuständig. Die Saarbrücker Zeitung hat dort nachgefragt, ob am Sportplatz ein Kreisel gebaut wird. „Eher nicht“, erklärt LfS-Pressesprecher Klaus Kosok. Er begründet das so: An dieser Stelle bringe ein Kreisel, Experten zufolge, keine deutliche Verbesserung, sodass weder die Investition von erheblichem Steuergeld noch der Verlust an Parkfläche gerechtfertigt sei. Außerdem sei zu erwarten, dass Autofahrer aus Richtung Riegelsberg an einem Kreisel lange stehen müssten, wenn der starke Durchgangsverkehr auf der Köllertalstraße wieder fließt.

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