Die zugespitzte Sache mit der Brutröhre : Eisvogel befeuert Fragen zu Rindern und Pfosten

Püttlinger Naturschützer: Beweidung killt keine Vögel.

Der alcedo atthis, besser bekannt als Eisvogel, hat das vielleicht am prächtigsten schillernde Gefieder unserer heimischen Vogelwelt. Schillernd sind auch die Auseinandersetzungen um seine Bruthöhlen am Köllerbach. In unserem Bericht aus dem Walpershofer Ortsrat hieß es, dass dort der Walpershofer Naturschutzbeauftragte Alban Alt über seine Arbeit sprach und dabei auch – wie regelmäßig – Kritik an den Beweidungsprojekten in der Nachbarstadt Püttlingen übte. So sehr, dass ihn der Ortsvorsteher irgendwann bremsen wollte, doch Alt sprach weiter. So schrieben wir auch, dass Alt beim Wasserbüffelprojekt kritisiert habe, dass Zaunpfähle in Eisvogel-Bruthöhlen gerammt worden seien.

Dazu meldete sich nun der Wasserbüffel-Projektleiter vor Ort, Günter von dem Broch, und erklärte, dass keineswegs Eisvögel geschädigt worden seien und er persönlich, gemeinsam mit der Umweltbeauftragten der Stadt, Vogelexpertin Evelyn Moschel, Eisvögel am Köllerbach gesehen und auch eine Bruthöhle entdeckt habe. Der Eisvogel sei durch die Beweidungsprojekte genau so wenig verschwunden wie der Biber (was auch ein Vorwurf Alts gewesen war).

Unterdessen meldete sich aber auch Alban Alt zu Wort und erklärte, dass er in der Ortsratssitzung im Zusammenhang mit dem Eisvogel und den Pfählen nicht vom Wasserbüffel-Projekt, sondern von dem Beweidungsprojekt mit Steppenrindern gesprochen habe.

Hans-Joachim Schmidt, Vorsitzender des Nabu Köllertal, erklärte dazu auf SZ-Anfrage, dass er sehr erstaunt über den Vorwurf Alts sei, da der Eisvogel nie im Bereich der Steppenrinder gebrütet habe, demzufolge auch keine Brutröhren beschädigt werden konnten. Im Bereich der Wasserbüffel gebe es – wie berichtet – tatsächlich Brutröhren, nämlich im Steilufer, das durch die Büffel geschaffen wurde. Und frische Biberspuren seien gerade dieser Tage wieder – am Einfluss des Sellerbachs in den Köllerbach – entdeckt worden.