| 14:44 Uhr

Starker Theaternachwuchs
Einer Welt voller Phantasie und Nonsens

Die Nachwuchs-Akteure der Neuen Volksbühne Püttlingen zeigten „Alice im Wunderland“ – hier Alice, die Zwillinge Diedeldei und Diedeldum, tierische Begleiter und der Hutmacher. 
Die Nachwuchs-Akteure der Neuen Volksbühne Püttlingen zeigten „Alice im Wunderland“ – hier Alice, die Zwillinge Diedeldei und Diedeldum, tierische Begleiter und der Hutmacher.  FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Püttlingen . Der Nachwuchs der Neuen Volksbühne Püttlingen zeigte „Alice im Wunderland“ und erntete kräftigen Applaus. Von Carolin Merkel

Als sich nach gut einer Stunde reiner Spielzeit der Vorhang zum letzten Mal schließt, will der Applaus nicht enden. Textsicher, bühnenpräsent, mit großartigen Kostümen und einem absolut sehenswerten Bühnenbild ausgestattet, präsentierte sich die Jugendabteilung der Neuen Volksbühne Püttlingen an den beiden zurückliegenden Wochenenden in ihrer Spielstätte, dem Gasthaus Schmeer auf der Püttlinger Ritterstraße.


Ausverkauftes Haus, dazu ein begeistertes Publikum, das war der Lohn der vielen Wochen harter Probenarbeit. Auf der Bühne stand – wie jeden Frühsommer – traditionell der Theaternachwuchs. Mit 20 Akteuren, darunter zahlreichen Debütanten, haben Petra Stockart, Elena Thome und Melanie Kuhnert ein wahres Bühnenfeuerwerk mit der Kinder- und Jugendgruppe des Vereins gezaubert. Und der hatte sich die „Suppe“, das sehr textintensive Stück „Alice im Wunderland“, selbst eingebrockt – und vortrefflich bis auf den letzten Schluck ausgelöffelt.

Mit unglaublicher Spielfreude ging „Alice“ allen voran, klasse in Szene gesetzt von Margarete Fisch, die als Alice in ihrem bezaubernden Kleidchen die wundersamsten Abenteuer in einer Welt voller Phantasie und Nonsens erlebt. Ob als Riesin oder Zwerg, ob beim Teetrinken mit dem legendären Hutmacher oder beim völlig absurden Krocketspiel, die Protagonistin behielt sich ihre Neugier und ließ sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen, nicht einmal, als die Herzkönigin heftig forderte: „Ab mit ihrem Kopf!“



Nicht von ihrer Seite wich während der Geschichte, die nicht zuletzt von den zahlreichen Wechseln der ansprechenden Bühnenbilder lebte, das weiße Kaninchen. Hier lief Leander Neudeck, „der alte Hase“ der Jugendgruppe, zur Bestform auf. Mit Colin und Bastian standen zwei Neulinge als die beiden Zwillinge Diedeldei und Diedeldum erstmals auf der Bühne. Sie machten ihre Sache richtig gut – so wie alle Jungen und Mädchen aus dem Ensemble, die eine gar nicht einfache Geschichte zu erzählen hatten. Mit Anspielungen auf die Weltliteratur wie „Schwein oder nicht Schwein – das ist hier die Frage“, kamen längst nicht nur die Kinder in den vorderen Reihen bei der Aufführung auf ihre Kosten.

Nach drei gelungenen Vorstellungen zeigte sich Petra Stockart absolut zufrieden. „Die Kinder haben sich das Stück ausgesucht und dreimal mit Bravour aufgeführt“, sagte sie. Und Souffleuse Doris Kuhnert bescheinigte dem Theaternachwuchs: Keine Texthänger und viel Sicherheit auf der Bühne.