Eine-Welt-Laden in Püttlingen schließt für immer

Letzte Chancee : Feierabend im Püttlinger Eine-Welt-Laden

Nach mehr als einem Jahrzehnt schließen die Vogels das Geschäft. Zuletzt blieben die Kunden aus.

Der 2007 eröffnete Eine-Welt-Laden im Püttlinger Gemeindezentrum macht zu. Ab dann gibt es dort keine fair gehandelten Waren mehr.

Die Eine-Welt-Läden, die es inzwischen in zahlreichen Städten gibt, gehen auf einen Grundgedanken des brasilianischen Bischofs der Slums und Befreiungstheologen Dom Helder Camara (1909-1999) zurück, der gesagt haben soll: „Wenn die Länder des Überflusses den armen Ländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfspläne für sich behalten.“ Zugespitzt: „Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr den Menschen gerechte Preise zahlt.“

Zudem begannen schon in der 1960er-Jahren Christen, den Gedanken „(wir sind) eine Welt“ zu propagieren. Ein Gegenentwurf zur Ersten, Zweiten und Dritten Welt.

In Püttlingen riefen Katholiken und Protestanten den Eine-Welt-Laden ins Leben. Seitdem öffneten die Betreiber meist freitags ihr Geschäft. Im Angebot fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Schokolade und Handarbeiten.

Aber das einst treue Publikum blieb zuletzt weg, berichten Dorothea und Wolfgang Vogel. Beide leiteten während der vergangenen Jahre das Verkaufsteam.

Am kommenden Freitag, 14. Dezember, ist zum letzten Mal geöffnet. Doch ein Hintertürchen halten sich die Verantwortlichen weiterhin offen, um die Menschen zu versorgen: Künftig soll es jeden ersten Samstag im Monat nach den Gottesdiensten im Gemeindezentrum Pickardstraße die vertrauten Produkte geben. Außerdem: jeden zweiten Sonntag im Monat nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Walpershofen.

Möglicherweise startet zudem ein Verkauf an jedem dritten Wochenende in der katholischen Kirche Liebfrauen in Püttlingen. Details dazu sollen folgen.

Fair gehandelte Produkte regional bestellen: Dorothea und Wolfgang Vogel, Telefon (0 68 98) 6 67 18.

Mehr von Saarbrücker Zeitung