| 17:56 Uhr

"Eine Schande für das Saarland und seine Polizei"

Kameramann Wolf Siegelmann, Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) und Mila Böhning (Melinda) während der Dreharbeiten in Heusweiler. Fotos: aki
Kameramann Wolf Siegelmann, Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) und Mila Böhning (Melinda) während der Dreharbeiten in Heusweiler. Fotos: aki
Heusweiler. Thomas Maurer ist nicht begeistert vom neuen SR-Tatort: "An dem hat mich fast alles enttäuscht. Der neue Kommissar Jens Stellbrink kann seinen Vorgängern Max Palu und Stefan Deininger nicht das Wasser reichen. Die Handlung war langweilig und entsprach nicht der eines Tatort-Krimis. 'Melinda' war für mich nur eine Lachnummer Von SZ-Mitarbeiter Fred Kiefer

Heusweiler. Thomas Maurer ist nicht begeistert vom neuen SR-Tatort: "An dem hat mich fast alles enttäuscht. Der neue Kommissar Jens Stellbrink kann seinen Vorgängern Max Palu und Stefan Deininger nicht das Wasser reichen. Die Handlung war langweilig und entsprach nicht der eines Tatort-Krimis. 'Melinda' war für mich nur eine Lachnummer."Johannes Paul aus Eiweiler fand die Story des Films in Ordnung, wenn er bemerkt: "In diesem Streifen war mehr Witz drin, als in anderen Tatort-Filmen des SR. Die Handlung lief nicht so todernst ab wie in Krimis üblich. Allerdings hätte ich mir mehr Bezug zum Saarland gewünscht. Außer an den Szenen am alten Heusweiler Bahnhof und den SB-Autokennzeichen war kaum eine regionale Verbindung erkennbar. Der Kommissar gefiel mir aber besser als sein Vorvorgänger Palu."



Hans-Joachim Klein fasst seine Kritik in dem Satz zusammen: "So ein Kalaumes habe ich selten gesehen." Die Handlung sei an den Haaren herbeigezogen, die Polizei habe sich unprofessionell verhalten, der Kommissar sei schlampig aufgetreten, und die Staatsanwältin sei hysterisch und in einer Szene regelrecht peinlich gewesen.

Hanne Glessner findet: "Die Handlung war unrealistisch und kam mir wie eine schlecht gemachte Krimikomödie vor. Dieser Tatort war eine Schande für das Saarland und seine Polizei. Ich habe mir den Film nur angesehen, weil Szenen in Heusweiler gedreht wurden. Meine Enttäuschung war groß, trotz des guten Darstellers Devid Striesow."

Marktleiter Thomas Schmitt, in dessen Hela-Baupark einige Szenen gedreht wurden, fand den Ablauf dagegen sehr gut: "Die Handlung lief nicht so stereotyp ab wie in anderen Tatort-Filmen. Man musste mitdenken, um alles zu verstehen. Striesow ist ein erfreulich anderer Kommissar. Ich freue mich auf den nächsten Saar-Tatort im April."

Anne Ewen sagte: "Ich habe einen Krimi erwartet und sah eine langweilige und unrealistische Geschichte ohne viel Spannung. Ein wenig mehr Saarland hätte dem Film gut getan."

Und was sagt die echte Polizei? Ein Beamter der PI Köllertal formulierte seine Kritik kurz und bündig: "Dieser Tatort war aus meiner privaten und beruflichen Sicht eine Zumutung."

Klaus Reimann lobt Kommissar Stellbrink alias Devid Striesow und dessen Saar-Kollegin Lisa Marx (Elisabeth Brück), sowie ganz besonders das Mädchen Melinda, dargestellt von Mila Böhning, die sehr einfühlsam gespielt habe. Kritik übt er an den derben Sprüchen der Staatsanwältin Dubois (Sandra Steinbach).

Renate Maderer fand es gut, dass die Handlung nicht so stocksteif war wie bei vielen anderen Tatort-Krimis. "Ich konnte zwischendrin schmunzeln", sagte sie. Die Szenen mit den ausländischen Darstellern waren ihr allerdings zu lang.

Willi Christmann, dessen "Willis Imbiss" mehrfach im Film zu sehen ist, fand lobende Worte: "Gott sei dank einmal ein Tatort ganz ohne das Klischee anderer Filme des Genres - ein Mordopfer am Anfang und am Ende die Aufklärung. Mir gefiel Stellbrink besser als Palu. Besonders gut fand ich das Mädchen Melinda."

Johannes Paul
Johannes Paul
ThomasSchmitt
ThomasSchmitt
Für die Tatort-Dreharbeiten wurden der Alte Bahnhof in Heusweiler und die Apotheke darin kurzerhand zum "City Hotel".
Für die Tatort-Dreharbeiten wurden der Alte Bahnhof in Heusweiler und die Apotheke darin kurzerhand zum "City Hotel".
Klaus Reimann
Klaus Reimann
Willi Christmann
Willi Christmann