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Eine Erleichterung für die Pilger

Püttlingen. Von allen kirchlichen Gebäuden in Püttlingen hat die Marienkapelle auf dem Hundsberg wohl die romantischste Entstehungsgeschichte, folgt man ihrer Chronik. Danach hielt der damalige Präses Wilhelm Schwickerath im Jahr 1927 dort im Wald eine schlichte Marienfeier. Mit dabei waren junge Menschen der marianischen Jünglings-Kongregation Von SZ-Mitarbeiter Walter Faas

Püttlingen. Von allen kirchlichen Gebäuden in Püttlingen hat die Marienkapelle auf dem Hundsberg wohl die romantischste Entstehungsgeschichte, folgt man ihrer Chronik. Danach hielt der damalige Präses Wilhelm Schwickerath im Jahr 1927 dort im Wald eine schlichte Marienfeier. Mit dabei waren junge Menschen der marianischen Jünglings-Kongregation.Bei dieser Feier entstand der Plan, eine Kapelle zu bauen. In der Chronik heißt es: "Wir Schulbuben trugen damals Backsteine und Wasser den steilen Berg hinauf. Die Männer machten Mörtel und mauerten. Die Pensionäre gruben Sand in einer eigenen Sandgrube unterhalb der Kapelle." Die altvorderen Bauherren müssen gut in Form gewesen sein, ist doch der Hundsberg extrem steil, so dass heutige Pilger, auch ohne Wasser und Mörtel, tüchtig ins Schnaufen geraten, wollen sie vom Weiherberg hoch zur Kapelle wandern.Hier ist der Grund dafür zu suchen, dass gerade ältere Menschen die Marienkapelle von oben, also vom Dickenberg im Stadtteil Ritterstraße, mit ihrem Wagen anfahren. Das geht über Forstwege gut. Sie tun dies, um an der Kapelle zu beten, Kerzen anzuzünden, um ganz einfach die schöne Aussicht aufs Köllertal zu genießen oder Waldmeister zu pflücken, der hier wächst. Jetzt, nachdem die katholische Kirchengemeinde Liebfrauen im vergangenen Jahr die Marienkapelle samt Außengelände hat renovieren lassen, kommen besonders viele Pilger hierher.Die Anfahrt über die Ritterstraße mag den Rentnern einfach erscheinen, es mangelt unterdessen an Parkplätzen und Wendemöglichkeiten. Nun hat der Püttlinger Transport-Unternehmer Paul Gemenig der Stadt Püttlingen angeboten, in einer Entfernung von nur 90 Metern zur Kapelle etwa zehn Parkplätze kostenlos anzulegen. Der Sponsor in Sachen Parkplatz wolle dafür (unbelastete) Erdmassen, für deren Entsorgung er ansonsten zahlen müsse, einbringen, um das abschüssige Gelände abzufangen, hieß es in der jüngsten Sitzung des Püttlinger Werksausschusses. Der zuständige Revierförster Urban Backes habe dem Plan bereits zugestimmt, da der Parkplatz unter einer Freileitung angelegt werden soll, die forstwirtschaflich ohnehin nicht zu nutzen sei. Der Werksausschuss fand den Gedanken quer durch seine Fraktionen prima und stimmte dem Bauplan mithin einstimmig zu.Lediglich der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte für den Bereich Ritterstraße, Alois Müller, hatte im Vorfeld Bedenken gegen einen neuen Parkplatz erhoben. Müller befürchtet, dass damit ein neuer Treffpunkt für Jugendliche mit negativen Folgen (Müll, Vandalismus und so weiter) geschaffen werden könnte - der Werksausschuss folgte diesen Einwendungen nicht.