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Kirchenbasar auf der Ritterstraße
Ein „Glockenbasar“ mit Tradition

Schnappschuss vom allerersten Glockenbasar der Pfarrgemeinde St. Bonifatius auf der Püttlinger Ritterstraße im Jahr 1949.
Schnappschuss vom allerersten Glockenbasar der Pfarrgemeinde St. Bonifatius auf der Püttlinger Ritterstraße im Jahr 1949. FOTO: Walter Faas (Repro)
Püttlingen. Auf der Ritterstraße feiert die Kirchengemeinde St. Bonifatius den 65. Kirchenbasar in Folge. Einst kamen 3000 Gäste. Von Walter Faas

„Dem Himmel am nächsten“ – oder „Uff da Ridderstroos iss imma was los“: Die Kirchengemeinde St. Bonifatius feiert am Sonntag und Montag, 10. und 11. Juni, Kirchbaubasar – und zwar bereits den 65. in Folge. In der Chronik steht zu lesen: „Der Glockenbasar St. Bonifatius geht auf die Startbahn“ – das war 1949, als die Ritterstraßer Bürger rund eine Million Franken zum Zwecke der Verschönerung ihrer Pfarrkirche erwirtschafteten. Danach gönnten sich die Verantwortlichen eine kleine schöpferische Pause, bis 1954, „bei Glockenklang, Turmblasen und Chorsingen“, die Sache richtig in Schwung kam. Berthold Utsch, laut eigenen Worten „Basarhelfer der ersten Stunde“ und Klaus Brust, ebenfalls ein „Altgedienter“ schildern: Seit 1954 gibt es diesen Basar in ununterbrochener Reihenfolge. Man habe kein einziges Jahr ausgesetzt. So vermuten sie denn auch: „Ein solches Jubiläum ist einmalig im Bistum Trier.“


Der Ritterstraßer Basar hatte auch besondere Höhepunkte. Brust: „In den besten Jahren hatten wir Zelte für 3000 Besucher auf dem Kirmesplatz aufgestellt, und es blieb kein einziger Platz frei.“ Bis zu 1000 Hähnchen seien in diesen legendären Zeiten gegrillt worden, die Helfer vom Elisabethen- und vom Arbeiterverein, die katholische Jugend und die Messdiener haben sich engagiert. Auftritte der Polizeikapelle des Saarlandes, des Musicalstars Anne Welte und der lothringen Tanztruppe Les Majorettes („Ein Augenschmaus in Lila“, so Brust) bleiben unvergessen.

„In den Anfangsjahren haben wir sogar eine Seilbahn aufgebaut. Es gab noch den „Haut den Lukas“ und einmal sogar einen Boxkampf im Zelt“, so „Ersthelfer“ Utsch. Heute, in Zeiten eines großen Angebotes von Vereinsfesten landauf, landab, wie auch aufgrund des demographischen Wandels und zurückgehender Helferzahlen, sind Zelte in einer Größenordnung von 3000 Besuchern nicht mehr denkbar. Dennoch wirft der 65. Kirchenbasar am kommenden Sonntag und Montag bereits große Schatten voraus.



Das Fest beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit dem Eröffnungs-Gottesdienst in der Pfarrkirche. Danach bietet die Veranstaltung unter dem Motto „Spiel und Spaß für Kids“ ein zweitägiges Unterhaltungsprogramm für Kinder, die üblichen kulinarischen Angebote für alle Besucher, eine Ausstellung mit Heil- und Küchenkräutern sowie ein Vereinsduell für Püttlinger Mannschaften. „Bei diesem Vereinsduell geht es um die Themen Wissen, Geschicklichkeit, Schlagfertigkeit, Teamfähigkeit“, hieß es beim Pressetermin im Vorfeld. Noch können für dieses Vereinsduell Vorstände Fünfermannschaften melden.

Auskunft bei Hans Egon Maurer, Tel. (0 68 98) 6 32 13, oder Werner Pink, Tel. (0 68 98) 6 15 13.

Noch ein Foto vom ersten Basar 1949, der zweite Basar folgte erst 1954, danach gab es jedes Jahr ein Fest. 
Noch ein Foto vom ersten Basar 1949, der zweite Basar folgte erst 1954, danach gab es jedes Jahr ein Fest.  FOTO: Walter Faas (Repro)