Ein Bauzaun um den Hexenturm

Der nagende Zahn der Zeit hat ihn ein bisschen zum Bröckeln gebracht, den Püttlinger Hexenturm. Zur Sicherheit wurde deshalb ein Bauzaun aufgestellt, um Spaziergänger auf Abstand zu halten.

"Akut einsturzgefährdet ist der Hexenturm nicht." Das teilte, auf Anfrage der SZ, Bernd Blaes, Sprecher der Püttlinger Verwaltung mit. Dennoch: Der markante Rundturm im Stadtpark hat unter dem Zahn der Zeit gelitten. Deshalb solle er demnächst saniert werden, sagt Blaes. Damit bis zum Beginn der erforderlichen Bauarbeiten niemand gefährdet wird, habe die Stadt veranlasst, das denkmalgeschützte Mauerwerk durch einen Bauzaun zu sichern.

"Der Hexenturm in Püttlingen galt lange Zeit bei einem großen Teil von Heimatforschern als das letzte Relikt der mittelalterlichen Wasserburg in Püttlingen , die in den Jahren zwischen 1341 und 1354 erbaut wurde. Die Ausgrabungen im Herbst 2002 haben aber eindeutig ergeben, dass der Hexenturm kein Burgturm war, sondern außerhalb des Burgringes stand und zu einem späteren Zeitpunkt als Gefängnisturm errichtet wurde", lesen wir auf der Internetseite der Stadt Püttlingen . Möglicherweise wurde der Turm aus Steinen der alten Burg gebaut. Seine äußere Quaderwand ist heute ausgebrochen und lediglich das Füllmauerwerk bis zu einer Höhe von 6,50 Meter erhalten. Im unterirdischen Teil enthielt der Hexenturm einst eine Brunnenstube und ein kleines Verlies, in dem der Püttlinger Amtmann Thomas Königsdorfer zwischen den Jahren 1580 und 1600 vierzehn Frauen aus Püttlingen und Obersalbach gefangen setzte, sie der Hexerei anklagte und nach einem unrechtmäßigen Prozess verbrennen ließ. "Dieser ungeheuerliche Vorgang gab dem Gefängnisturm seinen Namen und war dadurch tief im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung verwurzelt", heißt es dazu auf der erwähnten Internetseite.

puettlingen.de