DRK Püttlingen ehrte verdiente Mitstreiter

Rotes Kreuz : Papierkram schon fürs Pflaster-Aufkleben

DRK Püttlingen ehrte verdiente Mitglieder. Leusel Meyer hilft schon seit 45 Jahren und wünscht sich weniger Bürokratie.

Menschen, von denen man getrost sagen kann, dass sie die Geschichte des Püttlinger Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes entscheidend mitgeprägt haben, standen im Blickpunkt beim Jahresrückblick der DRK-Leute im Schulungsraum der freiwilligen Feuerwehr. Auf 45 Jahre Mitgliedschaft bringt es der stellvertretende Vorsitzende Leusel Meyer, auf 35 Jahre seine Mutter Marga und ebenso der Ehrenvorsitzende, Altbürgermeister Rudolf Müller.

„Sie war immer für uns da, ihr Reich war die Kochküche“, sagte die stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende Gabi Schmidt über Jubilarin Marga Meyer. Und: „Ihr war nichts zuviel, sie hat für ihren kranken Mann gesorgt und für uns.“ Bewundert hat die Kreisvorsitzende den heutigen Ehrenvorsitzenden Müller wegen einer bestimmten Eigenart: „Er hat alles auf Zettel geschrieben, und dann wurde es auch erledigt.“ Noch mehr Lob gab es für Leusel Meyer: „Er war auch international tätig, er gilt für uns alle als Vorbild, er hat Kontakte nach Frankreich geknüpft, und er ist ein wandelndes Rot-Kreuz-Lexikon.“ Geehrt wurden zudem Jörg Blessinger (30 Jahre), Isabell Grün und Dirk Dörr (25 Jahre) sowie Sabrina Kotzian und Edith Sauer (20 Jahre).

Wenn man auf 45 Jahre im DRK zurückblickt, was sind da so die Unterschiede zwischen früher und heute? Als wesentliche Veränderungen nennt Leusel Meyer zu dieser Frage: „Weniger Leute müssen immer größere Anforderungen erfüllen.“ Was auch daran liege, dass die Behörden ehrenamtliches Wirken nicht eben leichter machen würden: „Es bedarf heute alles besonderer Dokumentationen, sogar wenn ich jemandem ein Pflaster auf den Finger klebe, ist deswegen ein Haufen Papierkram zu machen.“ Wertvolle Zeit, die besser genutzt werden könne. Denn: „Die Leute, die zu uns kommen, wollen in ersten Linie eines: anderen helfen.“ Und das am besten pragmatisch. Zum Beispiel beim Hochhausbrand in Wehrden, da habe sich Folgendes gezeigt: „Normalerweise werden Evakuierte in einem Bus versorgt und in die nächstgelegene Halle gebracht, wo ein Notlager eingerichtet wird.“ Alle Versorgungseinrichtungen dazu jedes Mal vor Ort aufzubauen, das sei nicht sehr praktisch. Besser, die Evakuierten über eine fest installierte Küche zu versorgen, wie sie übers vergangene Jahr im Püttlinger DRK-Heim aufgebaut wurde.

Als Bürgermeister, so Martin Speicher, sei er auf Abschiedstour in seiner Stadt, da er sich bekanntlich – wegen des Erreichens der Altersgrenze – bei der Wahl am 26. Mai nicht zur Wiederwahl stellt. Als Vorsitzender des Ortsverbands-Vorstandes bleibe er dem DRK aber noch erhalten. Sein Motiv: „Das DRK unterstützt das gesamtgesellschaftliche Gefüge.“

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