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Drei "Schwerpunktstellen Kirchenmusik" im Regionalverband Saarbrücken

Schwerpunkte der Kirchenmusik : Auch Kirchenchöre wollen finanziert sein

Das Bistum Trier fördert drei „Schwerpunktstellen Kirchenmusik“ im Regionalverband, eine davon ist St. Sebastian in Püttlingen.

Jeder Kirchgänger kennt sie: Zu Feiertagen oder besonderen Konzerten treten sie in „ihren“ Kirchen auf, die Kirchenchöre. Doch Sängerinnen und Sänger wachsen nicht am Baum – sie müssen bereit sein, sich zu engagieren, sie müssen proben, und sie brauchen natürlich einen Chorleiter. Was wenig bekannt ist: Das Bistum Trier fördert sogenannte „Schwerpunktstellen Kirchenmusik“ an bestimmten Kirchen. Im Regionalverband sind dies derzeit St. Jakob in Saarbrücken-St. Johann, St. Josef in Riegelsberg und St. Sebastian in Püttlingen, auch „Köllertaler Dom“ genannt.

Judith Rupp von der Pressestelle des Bistums erklärt dazu: „Zusätzlich zu den Stellen der Regional- und Dekanatskantoren, die sozusagen ein territoriales Netzwerk der Kirchenmusik darstellen, gibt es mit den ‚Schwerpunktstellen Kirchenmusik’ die Möglichkeit, an verschiedenen Kirchen oder in Pfarreien einen musikalischen Schwerpunkt zu setzen – zum Beispiel angesichts der großen kulturellen Bedeutung einer Kirche.“ Die Kirchen profitieren insbesondere bei der Finanzierung des Chorleiters. Vereinfacht ausgedrückt: Das Bistum übernimmt den Anteil an der Bezahlung, der es ermöglicht, einen gut ausgebildeten hauptberuflichen Chorleiter zu beschäftigen.

Beispiel Püttlingen: Der Kirchenchor St. Sebastian hat 56 Sängerinnen und Sänger, singt natürlich zu Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, gibt mindestens ein zusätzliches Konzert im Jahr und auch ein Konzert im Püttlinger Kloster Heilig Kreuz, dem man sich sehr verbunden fühlt (am Pfingstsonntag, 9 Uhr, mit Mozarts Spaur-Messe). Peter Müller, der Vorsitzende des Chores, ist überzeugt, dass es auch dem professionellen Chorleiter Claus Bär zu verdanken ist, dass der Chor auf hohem Niveau auch schwierige Beiträge meistert und beim Repertoire mitunter neue Wege beschreitet.

Dass Püttlingen einer der geförderten Standorte ist, könnte auch im Zusammenhang mit dem Engagement vor Ort zu sehen sein: Schon vor der Förderung hatte sich die Pfarrei bewusst einen hauptamtlichen Chorleiter geleistet. Auch arbeitet man etwa mit dem angesehenen Kammerorchester der Musikschule Püttlingen zusammen. Und vor 20 Jahren gründeten unter anderem Peter Müller und der damalige Chorleiter Markus Lehnert den „Förderverein Kirchenmusik St. Sebastian“, mit heute 85 Mitgliedern und Bürgermeister Martin Speicher als Vorsitzendem. Der Verein organisiert Konzerte mit Orgel-Koryphäen und Gastchören und auch kindgerechte „Orgeltage“ mit den örtlichen Grundschulen. „Und die Männer des Chores“, so Müller durchaus mit Stolz, „haben aus eigener Kraft Räume in den Kirchtürmen umgebaut und dort ein Chorarchiv und Lager eingerichtet.“ Allerdings sei es seit etwa drei Jahren auch schwerer geworden, neue Sängerinnen und Sänger zu gewinnen.

Wenn das Bistum wie geplant Pfarreiengemeinschaften zu Großpfarreien vereint, wird das Auswirkungen auf die Schwerpunkstellen Kirchenmusik haben? „Dazu kann aktuell noch keine Aussage gemacht werden“, heißt es von der Pressestelle, „da im Moment ein ‚Entwicklungsprozess Kirchenmusik’ läuft.“ Dass eine solche Klärung in Auftrag gegeben ist, zeige, „dass Kirchenmusik auch künftig einen hohen Stellenwert im Bistum Trier haben wird.“