| 20:07 Uhr

Gefahrenabwehr an der Kita
Drehen an der Verkehrs-Stellschraube

 Viel Verkehr – auch wegen der innerörtlichen Umleitung – am Donnerstagnachmittag vor der Bilingualen Kita in der Püttlinger Espenstraße (das Haus mit Anbau hinter dem Bus). Auch die Einfahrt zum Parkplatz liegt ungünstig in der Kurve. Bei einem Ortstermin mit Kita, Stadtverwaltung und Polizei ging es darum, wie man etwaigen Gefahren für die Kinder entgegenwirken kann.
Viel Verkehr – auch wegen der innerörtlichen Umleitung – am Donnerstagnachmittag vor der Bilingualen Kita in der Püttlinger Espenstraße (das Haus mit Anbau hinter dem Bus). Auch die Einfahrt zum Parkplatz liegt ungünstig in der Kurve. Bei einem Ortstermin mit Kita, Stadtverwaltung und Polizei ging es darum, wie man etwaigen Gefahren für die Kinder entgegenwirken kann. FOTO: BeckerBredel
Püttlingen. Mehr Sicherheit für die Kita Espenstraße. Den Anfang macht voraussichtlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Eine zusätzliche Gefahr im Straßenverkehr für Kinder?  Das soll nicht sein: Die Verkehrsexperten der Stadt Püttlingen haben auf den Hilferuf des Selbsthilfevereines der Kindertagesstätte (Kita) in der Espenstraße reagiert. Am Donnerstagnachmittag traf man sich zum Ortstermin, auch die Polizei war dabei.


Der Hintergrund: Die Großbaustelle in der Köllertalstraße unten in der Stadtmitte verursacht Probleme oben im Espenwald. Denn dort, wo nun eine innerörtliche Umfahrung der Baustelle vorbeiführt, befindet sich die Kita mit 107 Kindern, die ohnehin schon in einem unübersichtlichen Straßenbereich mit S-Kurve und Einmündungsbereich aus einem Wohngebiet liegt. Und weil nun viele Autofahrer die Espenstraße als Teil der Umfahrung nutzen (wir berichteten), wird es für Kinder, deren Eltern und Erzieher, schwieriger, den ohnehin gefährlichen  Bereich (mit zwei Überwegen) zu nutzen.

„Viele fremde Autofahrer wissen überhaupt nicht, dass sich hier eine Kita befindet und fahren viel zu schnell“, so Kerstin Tischendorf, Vorsitzende des Elternausschusses der Vorschuleinrichtung. Der Beigeordnete Jürgen Detzler, Ordnungsamtsleiter Bernd Blaes, Hauptverantwortlicher und weitere Mitarbeiter der Püttlinger Verkehrsbehörde nehmen die Bedenken ernst. Schon im Vorfeld der großen Baumaßnahme „Köllertalstraße“ habe die Stadt hier, im vergangenen Januar, die Verkehrsströme gemessen. Dabei wurden im Schnitt rund 4000 Fahrzeuge am Tag gezählt, gleichmäßig verteilt auf beide Richtungen. Mittlerweile dürften es, der Umstände wegen, deutlich mehr sein, so Blaes. Untersuchungen legen nahe: 85 Prozent dieser Verkehrsteilnehmer verhalten sich „normentreu“, das heißt, sie befolgen die vorgeschriebene Richtgeschwindigkeit von 30 km/h im eigentlichen Kita-Bereich. Die restlichen 15 Prozent teilen sich die „Schleicher“, aber auch die „Raser“. Blaes: „Die höchste Geschwindigkeit, die dort gemessen wurde, lag bei 92 km/h, allerdings in der Nachtzeit.“



Dass im Bereich Espenwald die vorgeschriebenen Richtgeschwindigkeiten innerhalb weniger 100 Meter von 70 auf 50 beziehungsweise 30 Stundenkilometer wechseln, sieht Kerstin Tischendorf als „Freibrief für viele Autofahrer,  schneller zu fahren, als erlaubt“. Stimmt, räumt Experte Blaes ein.

Als erste Maßnahme könne die Behörde zwischen Hengstwald- und Sommerbergstraße eine Innerortsregelung mit 50 Kilometer einrichten, während im eigentlichen Kindergartenbereich die Tempo-30-Regelung bleibe. Dazu sollten, so Blaes, weitere Hinweisschilder die Autofahrer, speziell ortsunkundige Fahrer, auf die Kita, den Zebrastreifen hinweisen, ebenso auf die vielen, meist jungen Fußgänger in den „Stoßzeiten“, morgens ab 9 und mittags von 14 bis 17.30 Uhr.

Jens Dewes von der Polizeiinspektion Köllertal wies beim Ortstermin an der Kita auf ein weiteres, gewissermaßen hausgemachtes Problem hin: Man habe, beim Streifendienst, mehrfach festgestellt, dass auch Eltern ihre Fahrzeuge im unübersichtlichen Kurvenbereich abstellen, um ihre Kinder eben mal rasch in die Kita zu bringen. Dewes: „Dadurch wird die Gefahr natürlich potenziert.“

Esther Liebhold, stellvertretende Vorsitzende des Selbsthilfevereins Kindertagesstätte Püttlingen, bestätigte die Beobachtungen der Polizei und sagte: „Wir wären zwar froh, wenn wir mehr Parkplätze hätten, aber das Parken an der Straße geht gar nicht. Darauf weisen wir unsere Eltern immer wieder hin, und wir werden das, mit Blick auf die veränderte Situation, jetzt wieder tun.“ Kollegin Kerstin Tischendorf ergänzte: „Wir trainieren mit den Kindern regelmäßig, wie sie an dieser gefährlichen Stelle sicher auf die andere Straßenseite kommen können.“

Fazit des Ortsgespräches: Die Stadt Püttlingen will einige Tage beobachten, wie sich die Verkehrsströme im Espenwald entwickeln, um danach die angedachten Änderungen, gegebenenfalls mit weiteren Ergänzungen („Eine Ampel wäre eine weitere Möglichkeit, aber sie führt zu anderen Problemen“) umzusetzen.

(et)