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„Die Stadt ist komplett verkabelt“

„Die Stadt ist komplett verkabelt“

Am Sonntag geht in Püttlingen der zehnte City-Biathlon über die Bühne. Seit Tagen wird in der Köllertalstadt geschuftet, um den Weltklassesportlern Top-Bedingungen bieten zu können.

In der schwülen Mittagshitze geht es auf dem großen Parkplatz vor der Püttlinger Stadthalle noch recht gemächlich zu. Ohne Hast montieren die Mitarbeiter einer Luxemburger Spezialfirma zigtausende von Gerüst-Bauteilen, welche die Gabelstapler ankarren. Ebenso gelassen bringen Kollegen auf Hebebühnen stehend die Schutzplatten an, die den Schießstand für den City-Biathlon durchschusssicher machen. Heute wird die Ruhe dann dem Chaos weichen.

Denn dann verwandelt sich die Stadt Püttlingen in eine Biathlon-Metropole, auf die am Sonntag ein Großteil der Sportnation schauen wird. "Dann kommt das ZDF mit seinen Übertragungswagen, vielen Kameras, die Tribünenbauer, Gitteraufsteller aus den Niederlanden und viele mehr", informiert der Leiter des städtischen Baubetriebes, Reiner Stein. Dann nimmt der Wahnsinn seinen Lauf.

"Das wirkt alles unheimlich chaotisch, aber beim inzwischen zehnten City-Biathlon weiß doch jeder ziemlich genau, was er macht", fügt Stein hinzu. Zentrale Attraktion ist der Schießstand, der im Zielbereich zehn Meter hoch ist. Eine spezielle Konstruktion, auf die eben die beteiligte Firma ein Gebrauchsrecht angemeldet hat und dadurch unersetzlich ist. Die Flächen der Gerüstwand werden mit Aluminiumplatten verschlossen, die mit gehärtetem Stahl verstärkt sind. An den Rändern der Platten schließen Gummilippen die Lücken. Und damit auch wirklich kein Kleinkalibergeschoss durch die Lücken fliegt, werden diese Fugen noch mit Holz verstärkt, wie Stein am Bauplan erläutert. Und damit die Konstruktion auch bei starkem Wind stehen bleibt, werden in jedem der 54 Einzelelemente schwere Steinpaletten eingesetzt. 81 Tonnen macht dieser Ballast in der 120 Tonnen schweren Konstruktion aus.

"Bis zu einer Windstärke von 80 Stundenkilometern kann dann nichts passieren", sagt Stein. Die Sicherheit verbrieft ein Statiker, der die Anlage schließlich abnimmt. Der steht dann noch eine weitere wichtige Prüfung bevor. Ein Beauftrager für Schießstände des Innenministeriums prüft und erteilt, sofern alles in Ordnung ist, eine waffenrechtliche Genehmigung. Erst danach darf das sportliche Feuer freigegeben werden. Mit Schießanlage und Tribüne ist es aber noch nicht getan. Mehr als drei Kilometer Gitter werden entlang der 1,6-Kilometer-Strecke aufgebaut. Drei Videowände stehen an verschiedenen Stellen des Rundkurses, damit auch jeder Zuschauer einen Gesamtüberblick auf das Renngeschehen hat. Außerdem wird eine Beschallungsanlage entlang der Strecke installiert.

Und weil für all dies sehr viele Leitungen notwendig sind, meint Stein: "Dann ist die Stadt komplett verkabelt."

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HintergrundZum City-Biathlon richtet die Püttlinger Stadtverwaltung ein Servicetelefon ein. Es ist ab dem heutigen Freitag, 14 Uhr, bis Sonntag, 20 Uhr, erreichbar unter (0 68 98) 6 91-1 23. alwww.city-biathlon.com