Die Hühner kommen mit dem Eierlegen nicht nach

Die Hühner kommen mit dem Eierlegen nicht nach

Köllertal. Dioxin in Eiern und Schweinefleisch: In der vergangenen Woche fragten wir Köllertaler Verbraucher, ob sich dadurch ihr Einkaufsverhalten geändert hat. Nun wollen wir auch von Bio-Produkt-Händlern wissen, ob sie einen Kundenzulauf verzeichnen

Köllertal. Dioxin in Eiern und Schweinefleisch: In der vergangenen Woche fragten wir Köllertaler Verbraucher, ob sich dadurch ihr Einkaufsverhalten geändert hat. Nun wollen wir auch von Bio-Produkt-Händlern wissen, ob sie einen Kundenzulauf verzeichnen.Die drei Biokost-Händler im Köllertal sehen das Auftauchen verunreinigter Lebensmittel in Deutschland schon fast nicht mehr als etwas Ungewöhnliches an: "Alle Jahre wieder" heißt es. Marliese Welsch-Scherer, die seit Oktober vergangenen Jahres den Bio-Treff in Heusweiler betreibt, weist darauf hin, dass es immer wieder in der Vergangenheit zu Skandalen rund um die Lebensmittel gekommen ist. Überrascht ist sie von der neuerlichen Meldung über verseuchte Lebensmittel nicht. Sie schildert: "Ich könnte viel mehr Eier verkaufen, aber der Markt mit Bio-Eiern ist fast leer gefegt." Ihr Fleischumsatz sei gleich geblieben.

Einen Ansturm auf Bio-Eier registriert auch Sarina Noack vom Bio-Frischmarkt in Riegelsberg: "Die Nachfrage ist sehr, sehr groß." Aber die Hühner kämen mit dem Legen nicht mehr nach, so die Kauffrau. Neben Eiern seien auch Milchprodukte sehr gefragt, wohingegen bei Fleisch keine höhere Nachfrage zu verzeichnen sei.

"Alle Jahre wieder..." sei zwar Weihnachten, aber mit gleicher Zuverlässigkeit stellten sich auch Lebensmittelskandale ein, ist die Ansicht von Iris Maurer, die in Püttlingen den Hildegard Naturladen führt. Zunächst sei die Nachfrage nach Eiern bei ihr nicht gestiegen, jetzt aber, wo sich die Pressemeldungen häuften, steige der Bedarf. Bei Wurst- und Fleischwaren sei jedoch keine Veränderung zu verzeichnen, so Maurer.

Ministerium reagierte

Das saarländische Gesundheitsministerium hat bereits vor einer Woche reagiert und Maßnahmen für eine bessere Information und Aufklärung der Verbraucher ergriffen.

So werden zum Beispiel Lebensmittelkontrolleure des Landesamtes für Gesundheit und Verbraucherschutz Aushänge an größere Geschäfte sowie Handzettel unter anderem mit den betroffenen Eier-Chargennummern in kleineren Läden und auf Wochenmärkten verteilen.

Saarland unbelastet

Minister Georg Weisweiler: "Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Warenströme lückenlos nachvollziehbar sind. Daraus haben sich bisher keine Hinweise auf kontaminierte Ware im Saarland ergeben. Nach dem neuen Kenntnisstand sind neue Maßnahmen gefordert. Das Sicherheitsnetz soll nun noch enger geknüpft werden, um eine größtmögliche Sicherheit des Verbrauchers zu gewährleisten."

Infos auch beim saarländischen Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz, Tel. (06 81) 99 78-45 01. Die Hotline ist während der Dienstzeiten (montags bis donnerstags, 8 - 15.30 Uhr und freitags von 8 - 12 Uhr) ständig erreichbar. Die Hotline des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Tel. (02 28) 9 95 29-40 00 (Montag bis Freitag von 8 - 18 Uhr, Samstag von 8 - 14 Uhr).

Hintergrund

Unbedenklich: In einem Beitrag der Magazinsendung Fakt (ARD) hieß es am Montagabend, dass sich die gemessenen Dioxin-Belastungen trotz Grenzwert-Überschreitung in einem derart verschwindend geringen Rahmen bewegen, dass sie keinen Einfluss auf die Gesundheit haben. Zudem hieß es, dass bei Bio-Produkten die Dioxin-Belastung zwar oft höher als bei konventionellen Nahrungsmitteln sei, da die Tiere in der Natur Dioxin aus der Nahrung und der Luft aufnehmen, dass es aber auch hierbei um verschwindend geringe, nicht relevante Mengen gehe. mr