Die Androhung von Straftraining wirkt

Die Androhung von Straftraining wirkt

Die Sportfreunde Köllerbach haben ihr Heimspiel gegen den FV Siersburg mit 2:1 (0:1) gewonnen. Die Leistung seiner Mannschaft brachte Trainer Daniel Magno auf die Palme: „Keiner läuft, jeder macht, was er will.“

"So haben die Wände in der Köllerbacher Kabine noch nie gewackelt, so laut habe ich in der Halbzeit geschrien", erzählte Daniel Magno, Trainer des Fußball-Saarlandligisten Sportfreunde Köllerbach . Seine Mannschaft lag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten FV Siersburg am Samstag zur Pause mit 0:1 zurück und schlitterte einer Blamage entgegen. Magnos Wutausbruch half. Köllerbach steigerte sich in Halbzeit zwei deutlich und gewann die Partie noch mit 2:1.

Im ersten Durchgang rieben sich viele der knapp 150 Zuschauer verdutzt die Augen. Schlusslicht Siersburg unterband die pomadigen Angriffe von Aufstiegsaspirant Köllerbach im Spielaufbau - und ging in der 26. Minute verdient in Führung. Alexander Riga traf nach einem Angriff über die rechte Seite. Die Sportfreunde agierten ohne Ideen, nur einmal wurde es für die Gäste brenzlig. Jan Issa spielte den Ball zu Valentin Solovej, doch der Torjäger scheiterte an Siersburgs Torwart Michel Gadomsky (36. Minute).

"Einfach alles", antwortete Magno auf die Frage, was seine Mannschaft im ersten Durchgang falsch gemacht habe. "Wir verlieren im Mittelfeld einen Ball nach dem anderen. Keiner läuft, jeder macht, was er will", grollte der Trainer. "Daniel hat uns zur Halbzeit Straftraining nach dem Spiel und am nächsten Morgen angedroht", erzählte Yacine Hedjilen. Der Rechtsaußen erzielte in der 49. Minute den Ausgleich. Issa schoss einen Freistoß in den Lauf von Hedjilen, dessen Kopfball im hohen Bogen über Gadomsky ins Tor flog. "Jan kennt meinen Laufweg und der Ball kommt perfekt in den Rücken der Viererkette", sagte der Torschütze und ergänzte: "Die erste Halbzeit war ganz schwach von uns. Siersburg hat sich reingehauen und wir haben nicht dagegengehalten. Aber wir haben den Schalter umlegen können."

In der Tat: Im zweiten Durchgang rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Siersburger Tor. Solovej vergab drei große Chancen zur Köllerbacher Führung. Es dauerte bis zur 88. Minute, bis die Sportfreunde jubeln durften. Ein Einwurf von der rechten Seite fiel Verteidiger Hussein Ali vor die Füße. Er legte den Ball quer zu Nico Weißmann. Der legte im Strafraum quer auf Issa, der aus zehn Metern zum 2:1 traf.

Mit dem Sieg rückt Köllerbach auf Tabellenplatz zwei vor. "Man sieht, wie schwer wir uns im Mittelfeld ohne Romuald Houllé tun, er ist auf der Position der Beste der Liga", sagte Magno. Das Fehlen des Spielmachers (Muskelfaserriss) wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. Er kritisierte: "Wir sind wieder arrogant ins Spiel gegangen."