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HSV Püttlingen bekommt neuen Trainer
Der Wunschkandidat fühlt sich geehrt

Miodrag Jelicic.
Miodrag Jelicic. FOTO: Thomas Wieck / Wieck
Püttlingen. Beim Handball-Oberligisten HSV Püttlingen übergibt Hans-Werner Müller seine Mannschaft nach der Saison an Miodrag Jelicic. Von Mirko Reuther

Hans-Werner Müller hört nach dieser Saison als Trainer des HSV Püttlingen auf. Diese Nachricht war trotz des schnelllebigen Trainergeschäfts etwas Außergewöhnliches. Schließlich betreute Müller den Handball-Oberligisten seit 2002 fast durchgehend. „Ich bin ja nicht aus der Welt, sondern habe nur eine andere Funktion. Da gibt es gar keine nostalgischen Gefühle“, sagt der 60-Jährige, der beim SC Saargold Lisdorf vier Jahre lang in der Regionalliga spielte und seit 41 Jahren im Trainergeschäft tätig ist. Müller wird sich künftig um die wirtschaftlichen Belange des Vereins kümmern.



Neuer Trainer der HSV-Damen wird Miodrag Jelicic. „Ich kenne ihn seit Ewigkeiten. Er ist mein Wunschkandidat. Wir wollten ihn schon vor zwei Jahren. Da hat es für ihn aus beruflichen Gründen aber nicht geklappt.“, erzählt Müller. Jelicic sagt: „Für mich ist es eine Ehre, dass Hans-Werner mir seine Mannschaft übergibt. Das macht mich stolz.“ Der Kroate kam 1998 als 25-Jähriger ins Saarland, als er sich dem damaligen Regionalligisten HSG Fürstenhausen/Wehrden anschloss. Zuvor spielte er für den polnischen Erstligisten Kattowitz.

 Ursprünglich wollte Jelicic nicht lange im Saarland bleiben. „Der Trainer vom TV Altenkessel, Klaus Ruby, hat einen Kreisläufer für seinen Heimatverein Fürstenhausen gesucht und hat mich gefragt. Ich habe eingewilligt, mein Ziel war aber Dänemark. Ich wollte nur sechs Monate hier bleiben. Aber das Saarland war wohl mein Schicksal“, erzählt Jelicic. Denn hier lernte er 1999 seine heutige Ehefrau Aleksandra Jelicic, geborene Radovanovic), kennen. Die spielte ab 2003 für den HSV Püttlingen. So traf Miodrag Jelicic auch Hans-Werner Müller.

Heute basteln die beiden gemeinsam an einem Kader für die kommende Runde. „Das geht Hand bin Hand. Ich glaube, wir werden noch ein wenig stärker aufgestellt sein als in dieser Saison“, sagt Müller. Er ist davon überzeugt, mit Jelicic die richtige Trainerwahl getroffen zu haben. „Er ist akribisch, entwickelt Spieler weiter und hat auch schon eine Damen-Mannschaft trainiert“, erklärt Müller.

Sein einziges Engagement im Damen-Bereich endete für Jelicic kurios. 2014 ging er zum HC St. Johann. Er gewann die ersten sieben Spiele – und wurde entlassen. „Das hat im Handball-Saarland niemand verstanden“, sagt Müller. „Es hieß, mein Konzept passt nicht zum Verein. Ich bin trotzdem stolz auf die Arbeit, die ich in Saarbrücken geleistet habe“, erzählt Jelicic. Der Kroate, der auch für die damaligen Regionalligisten VTZ Saarpfalz und HF Illtal spielte, begann seine Laufbahn als Übungsleiter 2009 bei der HSG Völklingen als Co-Trainer unter Berthold Kreuser. 2012 wurde er Trainer des Saarlandligisten TV Homburg. 2015 übernahm er die HSG Dudweiler/Fischbach. Weil es ihn beruflich nach Landau verschlug, hörte er dort Anfang 2017 auf. Seither war er vereinslos.

„Ich habe den Handball vermisst – und bin glücklich, dass ich heute endlich wieder Zeit dafür habe“, sagt Jelicic. Müller wünscht sich für seine letzten Spiele auf der HSV-Trainerbank: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz. Und unseren Saarlandpokal-Titel verteidigen.“

Am kommenden Sonntag um 14 Uhr steht für den Tabellensechsten HSV Püttlingen das Spiel beim Tabellenletzten SG Mainz/Bretzenheim II an.

Hans-Werner Müller.
Hans-Werner Müller. FOTO: Christian Wulf / Horst Klos, Friedrich-Ebert-Str