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Der junge Torwart darf Fehler machen – macht aber keine

Köllerbach. Wenn die Sportfreunde Köllerbach am morgigen Samstag gegen Aufsteiger SG Landsweiler-Lebach spielen, wird Marlon Beckinger im Tor stehen. Der 19-Jährige traut seiner neuen Mannschaft zu, vorne mitmischen zu können. Mirko Reuther

An diesem Samstag wird es für Marlon Beckinger, Torwart der Sportfreunde Köllerbach , heiß. Nicht nur, weil der Wetterbericht für das Köllertal 33 Grad vorhersagt, sondern auch, weil er mit den Sportfreunden um 15.30 Uhr im Heimspiel auf die SG Lebach-Landsweiler trifft. Die ist mit 13 Treffern in vier Spielen die zweittorhungrigste Mannschaft der Fußball-Saarlandliga. Nervosität lässt sich der Torhüter vor der Partie nicht anmerken: "Lebach ist ein offensivstarker Gegner. In solchen Spielen darf man nicht verkrampfen, sondern muss sich auf sein Können verlassen."



Der Neuzugang vom Ligakonkurrenten SV Mettlach ist im Köllertal gut aufgenommen worden. Beckinger sagt: "Der Großteil der Mannschaft ist wie ich ziemlich jung. Und diejenigen, die schon ein bisschen älter sind wie Mohamed Benghebrid und Valentin Solovej, sind jung geblieben." Bernd Gillet, der Vorsitzende der Köllerbacher, sagt: "Marlon ist ein lockerer Typ, der den Sport trotzdem sehr ernst nimmt. Wir haben aufgrund seines Alters den einen oder anderen Fehler von ihm eingeplant. Im Moment spielt er aber absolut souverän."

Vier Treffer musste Köllerbach mit dem 19 Jahre alten Beckinger im Tor in den ersten vier Saisonspielen hinnehmen. Und auch in der Offensive hat der gebürtige Saarlouiser, der in Merzig lebt, schon ein Ausrufezeichen gesetzt. Am ersten Spieltag in der Partie beim FV Siersburg lagen die Sportfreunde Köllerbach in der Nachspielzeit mit 0:1 zurück, als Beckinger nach vorne stürmte und nach einem Eckball den Ausgleich vorbereitete.

Mit dem Fußball angefangen hat der Auszubildende zum Versicherungskaufmann mit sechs Jahren beim SV Biringen-Oberesch. Nach der Station bei der JFG Saarlouis schloss er sich 2014 der A-Jugend von Eintracht Trier an. "Ein guter Verein. Dort wird professionell gearbeitet, trotzdem geht es sehr familiär zu. Die Jugend hat oft zusammen mit der ersten Mannschaft trainiert, ich habe dort viel gelernt", sagt Beckinger, dem die Belastung, viermal in der Woche zum Training nach Trier zu fahren, nach 18 Monaten zu viel wurde.

Anfang 2016 wechselte er zum SV Mettlach. "Dort war es auch schön, es ging sehr kameradschaftlich zu, aber die Köllerbacher Trainer Daniel Magno und Robin Vogtland haben sich sehr um mich bemüht. Es ist nicht selbstverständlich, dass einem Torwart, der gerade erst aus der Jugend kommt, so viel Vertrauen entgegengebracht wird", erklärt Beckinger, der den zu Ligakonkurrent SC Friedrichsthal abgewanderten Routinier Matthias Kuhn beerbt. Beckingers Saisonausblick: "Ich sehe in diesem Jahr keine Mannschaft wie den FV Diefflen in der vergangenen Saison, die mit 20 Punkten vorneweg marschiert. Es gibt fünf oder sechs Clubs, die vorne mitmischen können. Vom Potenzial her traue ich das auch uns zu."