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Jugendbeirat, zweite Sitzung
Der Jugendbeirat tagt auch in den Ferien

Der trotz Ferienzeit fast vollständige Jugendbeirat der Stadt Püttlingen, unter anderem mit Michelle Hubertus, Andreas Schumann, dem Vorsitzenden Lars Klein und dem Jugendbeauftragten der Stadt Ulli Klein.  Lang
Der trotz Ferienzeit fast vollständige Jugendbeirat der Stadt Püttlingen, unter anderem mit Michelle Hubertus, Andreas Schumann, dem Vorsitzenden Lars Klein und dem Jugendbeauftragten der Stadt Ulli Klein. Lang FOTO: Picasa
Püttlingen. Ein eigenes Logo und mehr Eigenwerbung wünschen sich die jungen Mitglieder, um auf sich Aufmerksam zu machen. Von Andreas Lang

Behutsam tasten sich die jungen Leute in die Kommunalpolitik vor, wie sich bei der bereits zweiten Sitzung des Püttlinger Jugendbeirats zeigt. 16 Jugendliche sind es in der Regl, zu Ferienzeiten, wie vergangenen Dienstagabend, auch mal ein paar weniger, die im Mehrgenerationenhaus tagen. Ein eigenes Logo wünschen sie sich, um Altersgenossen für sich zu interessieren, so Lars Klein, der Vorsitzende. Er ist außerdem Bruder von Ulli Klein, der ist Stadtratsmitglied (SPD) und zudem Kinder- und Jugedbeauftragter der Stadt. Für ihn ist der Jugendbeirat eines der wichtigsten Projekte, seit er vor gut einem Jahr das Ehrenamt angetreten hat. Als Jugendbeauftragter ist Ulli Klein ständiges Mitglied im Jugendbeirat, dort allerdings nicht stimmberechtigt.


Für das Logo hat Andreas Schumann ein paar Entwürfe gefertigt, Michelle Hubertus ebenfalls. Und schnell zeigt sich, dass ihr Entwurf, der einem Graffiti ähnelt, die besten Chancen hat.

Weiteres in Sachen Eigenwerbung steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Schaukästen und Briefkästen wollen sie installieren, um selbst zu informieren und Anregungen zu bekommen. Auf jeden Fall am Jugendzentrum nahe des Rathauses, an den übrigen Jugendzentren und an den weiterführenden Schulen. Außerdem sieht sich der Beirat zum Gestalten aufgefordert, es geht um den Stadtpark, dessen Gesicht verändert werden soll. Grillmöglichkeiten wären prima, so die Jugendlichen, Trainingsgelegenheiten auch. Und das möglichst im Gruppenrahmen.



Was und wie konkret an den Wünschen der Jugendlichen erfüllt werden soll, sollen Ortstermine zeigen. Einer könnte im Park selbst stattfinden, einer könnte die Vertreter der Püttlinger Jugend nach Großblittersdorf führen, wo ein Vorbild des Püttlinger Parks sei – darauf hat Bernd Bläs hingewiesen, der für die Püttlinger Stadtverwaltung zur Beiratssitzung gekomen war. Nachdem er über die jüngsten Stadtratsthemen, die für Jugendliche von Belang sein könnten, informiert hat, zieht er sich in der Regel zurück. „Weil die Jugendlichen sonst ganz anders reagieren“ – wenn ein Erwachsener aus der Verwaltungsriege mit am Tisch sitz.

Ein Beispiel: Während Bläs berichtet, melden sich die Jugendliche für Zwischenfragen zu Wort. Auch Lars Klein als Vorsitzender. „Du brauchst dich nicht extra zu melden“, so Bläs in lockerem Ton, er weiß: „Das wird sich aber alles noch einspielen.“ Sollten die jungen Leute aber in Verwaltungsfragen nicht weiter wissen, können sie ihn wieder ins Sitzungszimmer holen.

„Die Stadtratsfraktionen hatten Gelegenheit, Jugendliche für dieses Gremium zu melden“, sagt Bläs. Nur SPD und CDU hätten davon Gebrauch gemacht, es hätten sich aber auf die entsprechende Ausschreibung auch so Jugendliche gemeldet. Zum Jugendbeirat gibt es noch eine Anekdote, die Ulli Klein erzählt – und wie sich zeigt, ist es eine Klein-Familiengeschichte: „Meine Mutter Denise hat bereits 1979 einen Antrag gestellt, ein solches Jugendparlament zu gründen. Den habe ich 2016 aktualisiert und erneut gestellt.“ Dieses mal mit Erfolg. Dass Bruder Lars nun Vorsitzender dieses Beirates sei, runde die Klein-Story ab.

Was Ulli Klein außerdem stolz macht: „Im Saarland gibt es außer bei uns nur noch in Neunkirchen einen solchen Jugendbeirat.“ Schon jetzt, so merken die Mitglieder des Jugendbeirates, erhalten sie spannende Einblicke, die ihnen sonst verborgen blieben. So bietet Bläs an, den Rocco del Schlacko am Eröffnungtag aus Sicht der Verwaltung zu beobachten. Die muss nämlich „die Sicherheit herstellen.“