Püttlingen dreht erst in Halbzeit zwei auf: Der HSV macht es wieder spannend

Püttlingen dreht erst in Halbzeit zwei auf : Der HSV macht es wieder spannend

Der Handball-Oberligist Püttlingen hat die HSG Wittlich mit 33:24 besiegt. Die Mannschaft von Trainer Berthold Kreuser hat erneut die erste Halbzeit verschlafen. Nach der Pause drehte sie dann aber mächtig auf.

Die Frauen vom Handball-Oberligisten HSV Püttlingen machen es gerne spannend. Wie am Spieltag zuvor im DHB-Pokalspiel gegen Drittligist SG Bietigheim II (27:29) brauchten die Püttlingerinnen auch im Heimspiel gegen die HSG Wittlich eine Halbzeit, um so richtig in die Gänge zu kommen. Nach der Pause spielte der HSV seinen Gegner in der Trimmtreff-Halle dann an die Wand - und feierte einen 33:24 (15:14)-Sieg.

„Es scheint wirklich so, dass wir zu Spielbeginn nicht voll da sind. Das war teilweise schon vergangene Saison so“, kritisierte Florence Ulrich die Leistung im ersten Spielabschnitt. Die HSV-Spielerin monierte: „Vorne haben wir einfache technische Fehler gemacht. In der Defensive waren wir zu lieb. Da muss mehr von uns kommen.“

In der Partie am Sonntag vor knapp 100 Zuschauern lief der HSV Püttlingen zu Beginn einem Rückstand hinterher. Vorne traf Renata Szabo den Pfosten, den Gegenstoß schloss Wittlichs Sarah Ertz zur 3:1-Führung der Gäste ab. HSV-Kreisläuferin Lea Helle glich in der neunten Minute aus (3:3). Aber richtig rund lief es bei den Gastgeberinnen, die ohne Marion Müller antreten mussten, nicht. Die Spielführerin fehlte wegen einer Grippe. Der HSV spielte eine offensive Verteidigung, bei der eine aus dem Abwehrbund herausrückende Spielerin den Angriffsfluss der Gäste stören sollte. Dabei passte oft die Abstimmung nicht. Die HSG Wittlich kam zu einfachen Toren und führte nach 14 Minuten mit 8:5.

„Wir haben uns sehr schwer getan“, sagte HSV-Trainer Hans Werner Müller, der früh eine Auszeit nahm. Danach lief es für seine Mannschaft besser. Nathalie Wagner traf aus dem Rückraum zum 9:9 (23. Minute). 30 Sekunden später ging der HSV Püttlingen in Führung. Ulrich erkämpfte sich in der Abwehr den Ball und leitete einen Gegenstoß über Aline Kessler ein. Kessler hätte Richtung Tor ziehen können, passte aber mit viel Übersicht auf die mitgelaufene Kira Martin, die den Ball zum 10:9 unter die Latte warf. Die Führung verlieh den Püttlingerinnen aber nicht mehr Sicherheit. Wittlich ließ sich nicht abschütteln und glich zum 14:14 aus. Weil HSV-Spielerin Blerta Ilazi fünf Sekunden vor der Pausensirene von Rechtsaußen traf, ging Püttlingen mit der 15:14-Führung in die Kabine. In der zweiten Halbzeit blieb die Partie zunächst umkämpft. Nach dem 18:17 drehte Püttlingen dann auf. Martin traf von Linksaußen zum 20:17 (37.). Vier Minuten später brachte Aline Kessler den HSV mit 23:18 in Führung.

Püttlingen stand in der Defensive deutlich besser als im ersten Durchgang. Immer wieder spritzen die HSV-Spielerinnen in die Passwege der Gäste, eroberten Bälle und starteten schnelle Gegenangriffe. Lea Helle verwandelte einen solchen Tempogegenstoß zum 25:18. Wittlich bäumte sich ein letztes Mal auf und verkürzte den Rückstand auf fünf Tore (26:21/49.). Doch im Anschluss traf Szabo trotz harter Bedrängnis der Wittlicher Abwehr aus neun Metern zum 27:21. Die Ungarin zeigte erneut eine starke Leistung und war mit acht Toren treffsicherste Schützin ihrer Mannschaft. „Renata ist eine Instinkt-Handballerin. Wenn andere auf dem Feld überlegen, was zu tun, ist, hat sie es längst getan. Sie lebt den Sport. So etwas kann man nicht trainieren“, lobte Trainer Müller.

Bei den Gästen schwanden nun Kraft und Konzentration. Die Püttlingerinnen wirkten noch frisch und bauten den Vorsprung aus. Nach einem weiteren Rückraum-Hammer von Szabo wuchs die Führung auf zehn Tore an (32:22). Der HSV Püttlingen gewann schließlich mit 33:24. Müller lobte: „In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Biss. Und topfit ist die Mannschaft sowieso.“ Ulrich, mit sechs Treffern zweitbeste Schützin ihrer Mannschaft, sagte: „Wir haben Marion Müller auf dem Feld vermisst. Aber wir sind so breit aufgestellt, dass wir den Ausfall zusammen kompensieren konnten. Wir sind gut drauf und haben Spaß – es läuft gerade richtig gut bei uns.“

Am kommenden Samstag um 20 Uhr spielt Püttlingen bei der punktgleichen HSG Hunsrück.

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