Der erste Spatenstich ist getan

Heusweiler. Wenn maßgebliche Persönlichkeiten Spatenstiche von Bauprojekten vornehmen, dann geschieht das meist, wenn die Sonne hoch steht. Dann geraten ja auch die Fotos für die Nachwelt besonders gut

Heusweiler. Wenn maßgebliche Persönlichkeiten Spatenstiche von Bauprojekten vornehmen, dann geschieht das meist, wenn die Sonne hoch steht. Dann geraten ja auch die Fotos für die Nachwelt besonders gut. Der Start für den Bau der ersten saarländischen Wohnstätte für Menschen mit Autismus am Donnerstagnachmittag in der Eisenbahnstraße in Heusweiler hob sich vom Gewohnten ab - die Spaten wurden im vorabendlichen Halbdunkel in die Erde gerammt. Und das war ein wenig symbolisch für diesen Bau, der es zu seinem Beginn wegen diverser Vorbehalte nicht ganz leicht hatte und quasi spät dran ist. Schon vor dreieinhalb Jahren hatten der Bauherr, der Saarländische Schwesternverband, und die Gemeinde Heusweiler erste Gespräche geführt.

Mehr Interessenten als Plätze

Thomas Dane, Vorstandsvorsitzender des Schwesternverbandes, sprach von einem "steinigen Weg". Er bedankte sich bei drei Adressaten, die geholfen hätten, die Bedenken gegen das Projekt auszuräumen: Der Zivilgemeinde und ihren Organen, der katholischen Kirchengemeinde, die den Großteil des benötigten Grundstücks zur Verfügung stellte, sowie den Angehörigen und Förderern der Menschen, die hier einziehen werden.

Es werden junge Erwachsene sein, die derzeit noch daheim oder in Einrichtungen außerhalb des Saarlandes wohnen. Die Randlage in Heusweiler gilt als ideal - reizarm, aber doch nur 600 Meter vom Ortskern. Der Schwesternverband investiert 2,5 Millionen Euro und schafft 20 Arbeitsplätze. Leiterin des Hauses, das von der Rehlinger Firma Heitz & Sohn hochgezogen wird und das bis Anfang 2014 fertig sein soll, wird Elisabeth Maas.

Paul Dörr, Aufsichtsratsvorsitzender des Saarländischen Schwesternverbandes, hatte in seiner früheren Tätigkeit als Vorsitzender die Autismus-Tagesförderstätte in Fraulautern auf den Weg gebracht. Jetzt freute er sich besonders, dass dieses weiter gehende Angebot, die Wohneinrichtung, ausgerechnet in seinem Heimatort Heusweiler errichtet wird. Für die 16 Plätze, die dort angeboten werden, gebe es bereits 37 Interessenten. Auch Bürgermeister Thomas Redelberger sagte, er sei stolz, dass das Haus, das ja keine Verwahranstalt sei, in Heusweiler entstehe. Schon sein Vorgänger Rainer Ziebold habe das Projekt unterstützt, der Gemeinderat habe einstimmig den Weg frei gemacht. Er wünschte "allen ein gutes Leben, die hier wohnen werden" und bat darum, die neuen Bewohner offen und respektvoll aufzunehmen. Begegnungsängste seien wohl nicht zu vermeiden, es gebe sie allerdings auf beiden Seiten, meinte Redelberger.

Keiner soll ausgeschlossen sein

Sozialminister Andreas Storm erklärte, dass das Saarland eine "inklusive Gesellschaft" anstrebe, in der keiner ausgeschlossen werde und den Behinderten ein Leben in Würde erlaube. Dank dieses Hauses werde der Gedanke der Inklusion im wahren Wortsinn in den Ort getragen, sagte der Minister.