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Der CVJM Köllerbach hat sich aufgelöst

Der CVJM Köllerbach hat sich aufgelöst

Den CVJM Köllerbach gibt's nicht mehr. Zum Abschiedsfest kamen 53 Ehemalige zur Andacht in die Martinskirche. Wehmut und Freude mischten sich, als an die Ferienfreizeiten, USA-Besuche und viele Aktivitäten erinnert wurde.

Mit einem Abschiedsfest beendete der CVJM Köllerbach seine rund 40-jährige Vereinsarbeit. Nach einer Andacht in der evangelischen Martinskirche mit Pfarrer Jörg Schmidt (ehemaliger 1. Vorsitzender und jetzt Pfarrer in Bensberg) ließen 53 vorwiegend ehemalige Vereinsmitglieder im Gemeindehaus die Vereinsgeschichte mit alten Fotos Revue passieren.

Die CVJM-Arbeit in Köllerbach begann mit dem Amtsantritt von Pfarrer Horst Mattheus 1970. Wöchentlich trafen sich eine Jungen- und eine Mädchenjungschar (9-13 Jahre) sowie ein Jugendkreis (ab 13 Jahre). Hinzu kamen ein Kreis junger Erwachsener (ab 16) und ein Mitarbeiterkreis. Schon früh wurden gemeinsame Sommerferienfreizeiten organisiert. Aus dem zunächst gemeinsamen Verein CVJM Walpershofen/Köllerbach wurden 1977 zwei eigenständige Vereine. Als neue Gruppe bildete sich in der Begegnungskirche ein Kinderkreis, der auch die Kindergottesdienste mitgestaltete.

Im Sommer 1983 empfingen der CVJM Köllerbach und der CVJM Klarenthal im ersten Jugendaustausch zwölf Gäste aus den USA. Im Gegenzug reisten 1984 neun Jugendliche aus Köllerbach unter Leitung von Guntram Rixecker nach New York. Der deutsch-amerikanische Jugendaustausch endete 1988, und für das Gruppenprogramm war 1991 auf Jahre hinaus Schluss, nachdem Mitarbeiter den Verein verlassen hatten.

Von 1992 bis 99 wurden dann allerdings Skifreizeiten für junge Erwachsene ab 18 Jahren angeboten. Und 1994 erlebte der CVJM einen neuen Aufschwung, als ehrenamtlich aktive Mütter einen Spielkreis für Kinder im Krabbelalter gründeten, der bis heute auf großen Zuspruch trifft.

1997 gelang der Aufbau eines neuen Jugendkreises, und 2001 gab es auch einen Neubeginn der Jungschar-Arbeit. Auch ein Kreis junger Erwachsener konnte wieder Fuß fassen. Pfarrer Wolfgang Krautmacher arbeitete eng mit der Gruppe zusammen, und der CVJM unterstützte die Gemeindefeste, etwa indem er die Kinderbetreuung übernahm. Zudem half man bei Kindergottesdiensten oder organisierte Krippenspiele an Heiligabend.

Es gab jährliche Wochenend-Freizeiten für Kinder und 2007 für die jungen Erwachsenen eine Jugendfreizeit im Dahner Felsenland, zudem 2008 eine Fahrt nach Verdun. Doch dann gingen die Mitgliederzahlen zurück, es wurde immer schwieriger, Kinder für die Gruppenstunden zu finden. Anfang 2012 wurden die Jungschar-Stunden eingestellt. "In einem Gespräch mit Pfarrer Prof. Dr. Conrad konnten wir keine gemeinsame Perspektive finden", erklärt der 1. Vorsitzende Martin Roos. "Letztendlich blieb uns nichts anderes übrig, als den Verein aufzulösen."

Als im Rahmen des Abschiedsfestes viele Ehemalige die alten Jungscharlieder sangen, mischten sich Freude über die unvergesslichen gemeinsamen Erlebnisse und Wehmut über das endgültige Ende des einst blühenden Vereins.

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HintergrundDer CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) ist der größte christlich-ökumenische, überparteiliche, Kirchen-unabhängige Jugendverband in Deutschland. Als Ziele nennt der Verein, junge Menschen in eine Beziehung zu Jesus Christus zu bringen, was ein tragfähiges Fundament für ihr Leben sei. Zudem solle ihnen der Raum gegeben werden, ihre Persönlichkeit zu entfalten in einer Gemeinschaft, die ihnen Rückhalt gibt, auch gegen jede Form von Ausbeutung und Rassismus. Gezeigt werden solle auch die Schönheit der Welt, die Vielfalt der Geschöpfe und die Chancen von Mitbestimmung. Mit insgesamt über 45 Millionen Mitgliedern in 130 Ländern ist der CVJM die weltweit größte Jugendorganisation. Die Arbeit des CVJM wird zu 99 Prozent von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestaltet. Die 61 000 Ehrenamtlichen werden dabei von 840 Hauptamtlichen unterstützt. mj