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Sicherheitstraining
Der Bremsweg kann übel lang werden

Jungen und Mädchen der Kyllbergschule in Köllerbach übten mit Andreas Stoffel vom ADAC Saar das richtige Verhalten im Straßenverkehr.
Jungen und Mädchen der Kyllbergschule in Köllerbach übten mit Andreas Stoffel vom ADAC Saar das richtige Verhalten im Straßenverkehr. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Köllerbach. ADAC macht mit seinem Verkehrserziehungs-Team Station an der Grundschule Köllerbach. Von Carolin Merkel

„Man muss entweder 1,20 Meter groß sein oder zwölf Jahre alt“, kam bei Amelie, Schülerin der Klasse 4.1 an der Grundschule Köllerbach, die Antwort auf die Frage, wie lange Kinder eine Sitzerhöhung im Auto brauchen, wie aus der Pistole geschossen. Sie selbst, erzählte sie, ist zwar erst zehn Jahre alt, doch mit ihren 1,45 Meter groß genug, um so im Wagen mitzufahren.


Sehr gut informiert, aber auch überaus neugierig zeigten sich die Kinder: Andreas Stoffel vom ADAC Saar war begeistert über die Mitarbeit der Jungen und Mädchen. Trotz kaltem Wind hatten sie sich am Freitagmorgen vor der Schule versammelt, um unter dem Motto „Achtung Auto“ Bekanntes aufzufrischen, aber auch Neues zu lernen. „Vor vielen Jahren haben wir damit angefangen, Sicherheitstraining für Kinder zu machen, damals im Klassensaal. Doch auf einer Tafel kann man unmöglich anschaulich erklären, wie lange ein Bremsweg ist“, sagte Stoffel.

Und das war dann auch die erste Übung, die die Klasse zu absolvieren hatte. Immer vier Kinder mussten so schnell laufen wie sie konnten, an der Linie sollten sie abrupt stehenbleiben. Im zweiten Versuch wurde es bereits deutlich schwieriger, die Kinder durften erst dann stoppen, wenn Stoffel das Signal gab. Die Distanz bis zum Stehen verlängerte sich deutlich. Der Fachmann gab nur wenig Hilfe, die Schüler erarbeiteten sich die Fachbegriffe wie Bremsweg, Reaktionsweg und Anhalteweg selbst.



In einem weiteren Versuch durften einige Kinder mit dem Fahrrad ausprobieren, wie viele Meter sie zurücklegen, bis sie zum Stehen kommen. Schließlich wurde das Auto bemüht, trotz der vorangegangenen Versuche unterschätzten die Schüler fast alle den Anhalteweg eines Fahrzeuges, viele aufgestellte Hütchen mussten dran glauben. Zum Abschluss schließlich ging es, richtig angeschnallt, in den Wagen, eine Vollbremsung war angesagt.

Für Jan wurde es zu einem ganz besonderen Morgen, zu Anschauungszwecken durfte er sich „falsch“ anschnallen, den Gurt unter dem Arm durchführen. Mit offenem Fenster erlebten seine Mitschüler mit, wie er nach vorn und dann nach hinten geschleudert wurde. „Ich hatte schon ein bisschen Angst und bin auch ganz schön hin und her gerutscht“, bekannte er nach dem Versuch. Aber auch die Kinder, die die Gurte richtig angelegt hatten, waren erstaunt, welche Kräfte wirken. „Ich bin ein bisschen nach vorne und hinten geknallt, ohne Gurt könnte man sich da nicht halten“, sagte Elias.

Mit insgesamt 83 Veranstaltungen „Achtung Auto“ ist der ADAC Saarland an saarländischen Grundschulen zu Gast, was rund 1800 Teilnehmer sensibilisieren soll, wie Ralph Leistenschneider vom Vorstand des ADAC Saar erklärte. Er freute sich, zur Auftaktveranstaltung in diesem Jahr in der Grundschule Köllerbach zu Gast zu sein. „Wir haben mit dieser Art der Aufklärung sehr gute Erfahrungen gemacht“, bestätigte Schulleiterin Nicole Bechold. Neben der Selbsterfahrung mit dem Auto gab es zeitgleich für die jeweils andere vierte Klasse das beliebte Fahrradturnier des ADAC. Unter dem Motto „Wer wird Fahrrad-Champion?“ musste die Teilnehmer in der Turnhalle ihre Geschicklichkeit mit dem Fahrrad beweisen. Kreisel, Spurwechsel, Slalom waren nur einige der Herausforderungen.