Der Aufstiegstraum von Köllerbach ist zerplatzt

Sportfreunde verlieren entscheidendes Fußballspiel : Der Aufstiegstraum von Köllerbach ist zerplatzt

Nach exakt einer Stunde Spielzeit beginnt das Unheil für die SF Köllerbach im Aufstiegsrundenspiel beim FV Dudenhofen seinen Lauf zu nehmen. Vor 1100 Zuschauern steht es zu diesem Zeitpunkt noch 0:0. Ein Unentschieden hätte Köllerbach gereicht, um den Aufstieg in die Oberliga perfekt zu machen.

Allerdings drängen die Gastgeber mit aller Macht nach vorne. Denn das Team aus der Nähe von Speyer braucht einen Sieg, um die direkte Rückkehr in die Oberliga zu schaffen.

Nach einer Ecke für die Gastgeber springt Köllerbachs Verteidiger Yannik Momper hoch und fällt anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Nachdem der Defensivspieler bereits wenige Minuten zuvor am Knie behandelt werden musste, geht es für ihn nun endgültig nicht mehr weiter.

Die Sportfreunde sind zum Umstellen in der Defensive gezwungen – und das ausgerechnet jetzt, wo Dudenhofen Druck macht. Zwei Minuten danach segelt eine Freistoß-Hereingabe von der Mittellinie an den langen Pfosten. Dort kommt Patrick Lange zum Schuss. SF-Torwart Sascha Segarra-Gil macht sich ganz lang und pariert mit einem Reflex. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt. Das Leder segelt durch den Fünfer und am anderen Pfosten köpft Dudenhofens Simon Bundenthal zum 1:0 ein.

In den folgenden Minuten hat der FV Platz zum Kontern – und den nutzt das Team von Trainer Christian Schulz in der 79. Minute zum 2:0. Nach einem Rückpass von der Grundlinie von Michael Bittner drückt Andreas Lange die Kugel aus fünf Metern zur Entscheidung über die Linie.

Als Schiedsrichter Arianit Besiri wenig später abpfeift, gibt es grenzenlosen Dudenhofener Jubel – aber auch einen Gänsehautmoment für die Köllerbacher Spieler. Die mitgereisten Anhänger feiern ihr Team trotz der Niederlage und des verpassten Aufstiegs mit Sprechchören und Applaus. „Wenn man hört, wie sie zu uns stehen, das brennt sich einem ins Herz“, erklärte SF-Mittelfeldspieler Florian Bohr, der in der kommenden Saison das Traineramt von Robin Vogtland übernimmt, der nach Quierschied wechselt. „Das war eine schöne Geste von den Fans. Das war sagenhaft. Trotzdem ist es für uns natürlich schwer zu verdauen, dass wir nicht aufgestiegen sind“, sagte Vogtland. Allerdings mussten die SF zugeben, dass die Niederlage vom Spielverlauf her gerecht war. „Dudenhofen ist verdient aufgestiegen, die waren uns in dieser Partie weit voraus“, erklärte Vogtland.

Am Dienstag war Köllerbach noch mit einem furiosen 3:0-Sieg zu Hause gegen den Ahrweiler BC in die Aufstiegsrunde gestartet. Dabei brannten die Schwarz-Roten vor allem in der Offensive ein Feuerwerk ab. Daran konnte der Saarlandliga-Vizemeister in Dudenhofen zu keinem Zeitpunkt anknüpfen. Nicht eine einzige hundertprozentige Torchance erarbeitete sich das Team dort. Dudenhofen hatte dagegen schon vor dem Führungstreffer mehrere hochkarätige Gelegenheiten. Unter anderem traf Paul Stock nach etwas mehr als einer halben Stunde den Pfosten.

„Das 1:0 für Dudenhofen hat schon immer in der Luft gelegen“, erkannte Vogtland. „Wir waren lange nicht auf dem Niveau vom Dienstag“, musste Bohr zugeben. „Die englische Woche nach der langen Saison hat wohl doch ein paar Körner gekostet. Zudem haben wir einige angeschlagene Spieler durchschleppen müssen. Das soll in so einem Spiel aber keine Ausrede sein“, meinte der künftige Cheftrainer. Und so fehlte nach der für Köllerbach mit dem Erreichen von Platz zwei hervorragenden Runde dann am Ende der Aufstieg als „I-Tüpfelchen“.

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