Püttlingen Püttlinger Verein hilft Menschen mit Demenz

Püttlingen · Betroffene und Angehörige bekommen seit 20 Jahren wertvollen Rat von Experten. Und sie können einfach gemeinsam Spaß haben.

 Noch von der Fastnacht geprägt war das jüngste Treffen der „Lichtblick“-Gruppe. Ganz links sitzt Marco Weber, hauptamtlicher Mitarbeiter, ganz rechts steht Anita Lender-Beck, die Vorsitzende des Demenz-Vereins Köllertal. Beide wissen aus den Gesprächen am Demenz-Telefon, wie groß der Beratungsbedarf ist. 

Noch von der Fastnacht geprägt war das jüngste Treffen der „Lichtblick“-Gruppe. Ganz links sitzt Marco Weber, hauptamtlicher Mitarbeiter, ganz rechts steht Anita Lender-Beck, die Vorsitzende des Demenz-Vereins Köllertal. Beide wissen aus den Gesprächen am Demenz-Telefon, wie groß der Beratungsbedarf ist. 

Foto: Walter Faas

Im Köllertal gibt es jetzt ein sogenanntes Demenztelefon. Es hat die Nummer (0 68 98) 4 98 99 34 und ist ab sofort montags zwischen 18 und 20 Uhr freigeschaltet. „Es handelt sich um ein Pilotprojekt“, sagt Anita Lender-Beck, die Vorsitzende des Demenz-Vereins Köllertal.

Ein Anruf soll Betroffenen und ihren Angehörigen helfen, wenn sie Fragen haben. Der Beratungsbedarf ist hoch bei Hunderten von Betroffenen im Köllertal. Und die Dunkelziffer ist hoch.

Lender-Beck kennt den Leidensdruck in den Familien. „Wir merken das bei den Anrufen. Oft sind es Angehörige, die verunsichert sind, wenn sich ihr Partner beziehungsweise die Eltern auf einmal merkwürdig verhalten.“ Liegt tatsächlich eine Demenz vor? Oder eher eine Depression, oder „nur“ Vergesslichkeit? Die Berater sind geschult. Lender-Beck, gelernte Krankenschwester, und Marco Weber, Altenpfleger mit Zusatzausbildung, haben aber nur begrenzte Möglichkeiten.

„Diagnosen stellen wir am Telefon nicht. Meist verweisen wir die Anrufer zur Abklärung an niedergelassene Neurologen. Oft reicht schon ein beruhigendes Gespräch“, sagt Lender-Beck. Bei den Anrufen gelte strikte Vertraulichkeit.

Der Demenzverein Köllertal, vor rund 20 Jahren vom damaligen Chefarzt Dr. Helmut Jäger im Krankenhaus Püttlingen gegründet, bietet Unterstützung, Beratung, Vorträge und Schulungen. „Wir arbeiten daran, Fachberatungsstelle für Demenzkranke im Köllertal zu werden“, sagte Lender-Beck der SZ beim jüngsten, von der Fastnacht geprägten, „Lichtblick“-Termin. Hinzu kommt die „Lichtblickgruppe“ mit ihren Freizeitaktivitäten.

Mit Unterstützung vom Land und vom Regionalverband sowie von den Kommunen Püttlingen, Heusweiler und Riegelsberg hat der Verein in seinem Püttlinger „Haus Lichtblick“, Völklinger Straße 9, Büros und Beratungsräume geschaffen.

Verantwortlich ist Marco Weber. Er steuert als Hauptamtlicher halbtags die Aktivitäten von drei Mitarbeitern auf 450-Euro-Basis und von vier ehrenamtlichen Betreuern.

Betroffene und Angehörige treffen sich mittwochs von 15 bis 18 Uhr im „Haus Lichtblick“ zum Spielen, zum Gedächtnistraining oder zum Kochen. Und sie finden dort handfeste Beratung. Lender-Beck: „2019 leisteten wir 338 Beratungsstunden im Büro und bei Hausbesuchen.“ In den 40 Schulungsstunden mit 191 Teilnehmern ging es um die Pflegeversicherung, das Zusammentreffen von Demenz und Depressionen, die Ernährung oder rechtliche Fragen. Auch in Riegelsberg und Heusweiler bietet der Verein Angehörigengruppen.

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