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„Dass wir so weit oben stehen, habe ich nicht kommen sehen“

„Dass wir so weit oben stehen, habe ich nicht kommen sehen“

15 Spiele, 21 Punkte, Tabellenplatz drei – die Saison der Handballerinnen des HSV Püttlingen kann sich bisher wahrlich sehen lassen. Spielführerin Marion Müller versucht, das Erfolgsgeheimnis des Oberligisten zu erklären.

Dass die Damen des HSV Püttlingen eine so starke Saison spielen, war nicht unbedingt zu erwarten. In der letzten Spielzeit dümpelte die Mannschaft die meiste Zeit im Niemandsland der Tabelle. Am Ende wurde sie Neunter. In diesem Jahr hat der HSV nach 15 Spieltagen bereits 21 Punkte gesammelt und steht auf Rang drei der Handball-Oberliga RPS.

Maßgeblichen Anteil an diesem Höhenflug hat sicher die Spielführerin Marion Müller, die sich mit Aleksandra Jelicic um die teaminterne Torjägerkanone streitet. Die Handballerin zählt schon mit 26 Jahren zu den Urgesteinen des HSV Püttlingen . Vater Hans-Werner Müller ist der Trainer, Schwester Karoline steht mit ihr auf dem Feld. "Ich bin schon beim HSV Püttlingen , seit ich denken kann und übe den Sport aus, seit ich laufen kann", lacht die Lehramtsstudentin, die bald ihr Referendariat antritt.

Auch sie zeigt sich von der bisherigen Saison ihrer Mannschaft ein wenig überrascht: "Mir war klar, dass wir keine Probleme haben, die Klasse zu halten. Aber, dass wir jetzt so weit oben stehen, habe ich nicht kommen sehen." Der Grund für den derzeitigen Erfolg liegt für sie hauptsächlich im privaten Bereich: "Wir verstehen uns untereinander wirklich super und haben viel Spaß zusammen. Klar, wir trainieren auch hart, aber ich glaube, dass uns deswegen die Weiterentwicklung in einigen Bereichen leichter fällt. Wir pushen uns da gegenseitig." Dazu komme, dass der HSV auf allen Positionen super aufgestellt und dadurch für den Gegner schwer auszurechnen sei:

"Wir treten mannschaftlich schon sehr geschlossen auf, sind stark im Rückraum, aber auch auf den Außenpositionen. Außerdem sind wir konditionell topfit, und unsere Torhüterin Kathrin Lill ist gerade auch richtig gut drauf", sagt Müller. Wie auch ihr Vater peilt sie zum Saisonende einen Platz unter den ersten Fünf an. Weil es momentan zwischen dem dritten und dem achten Rang der Oberliga sehr eng zugehe, könne der HSV auch schnell wieder nach unten rutschen. Deshalb sei der Aufstieg momentan auch kein Thema. Was mittelfristig möglich ist, kann sie nicht sagen. "Am wichtigsten ist, dass das Grundgerüst der Mannschaft bestehen bleibt und wir weiter mit viel Spaß an die Sache gehen. Was in den nächsten Jahren passiert, kommt dann auch auf die Neuzugänge an", sagt die Spielführerin.

Nach zuletzt drei Siegen in Folge trifft ihr HSV am Samstag um 19.30 Uhr auswärts auf den Neunten HSG Wittlich. Müller erwartet eine schwere Aufgabe: "Es kommt ein sehr dynamisches Team mit schnellen Spielerinnen auf uns zu. Da werden wir im Umschaltspiel hellwach sein müssen. Die letzten Duelle waren immer knapp. Aber wir wollen die Punkte natürlich mitnehmen, um im Spitzentrio zu bleiben. Außerdem könnten wir uns ein kleines Polster auf unsere Verfolger herausspielen."