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Das Ringen bestimmt den Tagesablauf

Köllerbach. Die Eltern engagieren sich im Hintergrund. Ihre Kinder Pirmin, Sophie, Valentin und Martin Seimetz gehen für den KSV Köllerbach auf die Matte. Zuletzt hat die zwölfjährige Sophie ihre Familie überrascht – mit ihrer Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften. aki

Bei der Familie Seimetz dreht sich fast alles ums Ringen - jedes Mitglied engagiert sich aktiv oder im Hintergrund für den Sport. Der jüngste Erfolg der sechsköpfigen Bande: die Goldmedaille der zwölfjährigen Sophie bei der deutschen Meisterschaft in Berlin. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihrer Brüder.

Der 21-jährige Martin Seimetz, Maschinenbau-Student in Aachen, hat bereits einige Erfolge gefeiert. Er ist mehrfacher Saarlandmeister, deutscher Meister mit der A/B-Mannschaft des KSV Köllerbach und Ringer im Regionalliga-Team des KSV. Er ist der älteste Sohn von Doris und Markus Seimetz. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Valentin war vier Mal deutscher Einzelmeister in der Jugend und mehrmals Mannschaftsmeister mit der Köllerbacher Jugend. Er gehört zum Bundesliga-Kader des Vereins, musste 2014 jedoch nach einer Verletzung länger pausieren. Er studiert Computer- und Kommunikationstechnik in Saarbrücken.

Die Zwillinge Sophie und Pirmin kamen 2002 auf die Welt, das Mädchen 15 Minuten früher. Pirmin, Schüler am Illinger Illtalgymnasium, ist der einzige der vier Ringer-Geschwister, der im klassischen Stil auf die Matte geht. Neben dem Ringen gehört das Tauchen zu seinen Hobbys.

Sophie hatte sich schon vom Ringen abgewandt und einem Turnverein angeschlossen. Doch nach kurzer Zeit kehrte sie zum KSV zurück. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften im Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg landete sie in den Gewichtsklassen bis 35 und 38 Kilo jeweils auf Platz eins. Der große Wurf gelang ihr vor Kurzem bei der DM. Im Finale der Klasse bis 35 Kilo besiegte sie Pauline Neumerkel vom AC Werdau /Sachsen mit 6:3 Punkten. Zuvor hatte sie sich mit einem Schultersieg über Anna Titze und einem 6:4-Punktsieg über Michaela Strohe für das Finale qualifiziert. Nach der Siegerehrung, so erzählt ihr Vater, sei sie nur sprachlos über den unerwarteten Erfolg gewesen.

Markus Seimetz ist im Übrigen seit dem Jahr 2000 als Schülertrainer in Köllerbach tätig. Der Metallbaumeister fährt mit seiner als Bilanzbuchhalterin tätigen Frau Doris die Kinder zum Training und den Wettkämpfen. "Heute müssen wir nur noch die Zwillinge fahren, da Martin und Valentin ein eigenes Auto haben", sagt er: "Das Ringen bestimmt immer noch den Tagesablauf in unserer Familie, doch wir achten darauf, dass Ausbildung und Beruf an erster Stelle stehen."

Neben der DM-Goldmedaille durch Sophie Seimetz sicherte sich Tamara Schneider, ebenfalls KSV Köllerbach , in der Klasse bis 70 Kilo die Silbermedaille. Ihre Vereinskollegin Marie Sophie Both (56 Kilo) wurde Vierte.