"Das ist unser Rocco"

Köllerbach. Vielleicht ist ein Rockmusik-Festival erst dann groß und "oben angekommen", also wichtig, wenn die Marketing-Leute der Sponsorenfirmen mit ihren schwarzen Mittelklasse-Kombis auf der Wiese vorfahren

Köllerbach. Vielleicht ist ein Rockmusik-Festival erst dann groß und "oben angekommen", also wichtig, wenn die Marketing-Leute der Sponsorenfirmen mit ihren schwarzen Mittelklasse-Kombis auf der Wiese vorfahren. Sie kennen kaum eine der Gruppen, die da spielen werden, sie waren vielleicht nie zuvor im Saarland, aber sie ahnen, dass ihr Produkt in dieser Szene wunderbar aufgehoben ("positioniert") sein wird, und sie selber auch. In diesem Sinne ist denn auch das Festival Rocco del Schlacko bei seiner zehnten Auflage heute und morgen so wichtig wie nie. Es ist, wie man gestern beim Aufbau der noch einmal größeren Bühne und der neuen Videowand erleben durfte, noch einen Tick wichtiger, größer, bedeutender geworden als in den Jahren zuvor. Überall Marketing-Autos, Werbebanner, Promotion-Zelte und Personen, die am Handy Fragen anderer Leute beantworteten. Wie ging das bloß früher ohne Mobiltelefon? Rocco del Schlacko, genau gesagt, die Leute, die es erfunden und aufgebaut haben, legen Wert auf die Feststellung, dass dieses "Event" zwar professionell organisiert sei, die Macher aber Amateure mit Herzblut sind, ein eingespieltes Team. Eric und Felix, zwei ehrenamtliche Helfer, sind "stolz drauf, in anderthalb Wochen hier eine Kleinstadt für 20000 Besucher aufziehen zu dürfen", sie genießen es, wenn die Fans vor der Bühne knien und ihren Stars zujubeln. Und dass das alles klappen kann, weil 50 Köllertaler ihre Freizeit opferten. Gestern um 16 Uhr, T-Shirt-Wetter, Sonne, war das Meiste bereits fertig, brachten Mütter und Väter ihre Söhne und Töchter und warteten bereits über hundert Camper auf Einlass auf den "Sauwasen". Die ersten in der Reihe: Fabian Feß aus Beckingen, Sven Kautz aus Kaiserslautern und Melanie Rastätter aus Karlsruhe. Ihr Antrieb, in dieser Reihenfolge: "Spaß, Party, Musik." Aus dem Dorf kamen die Männer mit Mofas hoch und freuten sich, dass alles rund lief. "Das ist unser Rocco" erklärte einer den Wanderern aus Lebach, die unvermittelt vor der Bühne standen.