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Das Hinterwaldfestival in Püttlingen fällt aus

Eichenprozessionsspinner : Das Hinterwaldfestival fällt aus

Der Eichenprozessionsspinner hat das Gelände in Püttlingen befallen.

„Alles rodscha?“ So sollte das Motto des Hinterwaldfestivals im Püttlinger Jungenwald lauten. „Nichts ist roger“, meldet der Veranstalter, der sogenannte „Hinterwald Braintrust“. Hat doch der Eichenprozessionsspinner dem für das kommende Wochenende geplanten Musikfest sozusagen den Todesstoß versetzt.

Zur Erinnerung: Es sollte die 39. Auflage des beliebten Festivals der Köllerbacher Hinterwäldler werden. Ein „Umsonst & Draußen“-Relikt aus der Hochzeit der Hippies, gestemmt von Ehrenamtlichen, finanziert mit den Tageseinnahmen, mit Musikern aus der Region. Schon die rituelle Öffnung des ersten Stubbibieres statt des Fassanstichs zeigt, dass dies ein außergewöhnliches Festival ist. Die Musikfans reisen mit Zelt, Hund, Kind & Kegel, Hängematte und Frisbeescheibe an.

„Liebe Freunde des Hinterwaldes“, schreibt uns jemand namens „Schrü“, seines Zeichens künstlerischer Leiter vom Hinterwald. Er begründet die Absage so: „Das Gelände sowie die Zufahrt zur Edelweißhütte hat einen sehr starken Befall von Eichenprozessionsspinnern.“ Kollege Rusch, mit bürgerlichem Namen Rudolf Weber, Pressesprecher im Hinterwald, ergänzt: „Die Stadt Püttlingen hat, in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma, alles daran gesetzt, den Spinner zu bekämpfen.“ Leider umsonst. Eine Vorortbesichtigung habe ergeben, dass immer noch viele Nester der überaus allergenen Raupengespinste an den Jungenwaldeichen hängen. Trotz der erwähnten Gegenmaßnahmen: „Wir können leider nicht ausschließen, dass noch unzählige giftige Härchen auf dem Gelände vorhanden sind“, sagt Rusch. Das Risiko, insbesondere für Camper mit Kindern, schien den Verantwortlichkeiten unkalkulierbar.

„Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschlossen, das Festival ausfallen zu lassen“, sagt Rusch. Für das nächste Jahr kündigt der „Hinterwald Braintrust“ frühe Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner an beziehungsweise auch die Suche nach einem anderen Standort. Rusch: „Wir lassen das Festival nicht untergehen!“