Das Hausdach als Widerstandszelle gegen die Umweltverschmutzung

Das Hausdach als Widerstandszelle gegen die Umweltverschmutzung

Püttlingen. "Wir brauchen eine dritte industrielle Revolution - weg vom Öl, hin zu Solar und alternativen Energien." Das forderte der Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) beim Püttlinger Umweltforum. Veranstalter im Kulturbahnhof waren der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und die beiden Naturschutzbund-(NABU)-Vereine Püttlingen und Köllerbach

Püttlingen. "Wir brauchen eine dritte industrielle Revolution - weg vom Öl, hin zu Solar und alternativen Energien." Das forderte der Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) beim Püttlinger Umweltforum. Veranstalter im Kulturbahnhof waren der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und die beiden Naturschutzbund-(NABU)-Vereine Püttlingen und Köllerbach. Tenor der Veranstaltung: Es sei höchste Zeit umzusteuern, denn durch den hohen CO2-Ausstoß aus Industrie, Haushalten und Verkehr drohten die Naturgewalten sich in den kommenden Jahren gravierend zu verändern, so die Befürchtungen. "Voraussichtlich 20 Prozent des Bruttosozialproduktes müssen wir aufwenden für die Folgen des Klimawandels, mit nur zwei Prozent Einsatz für CO2-Reduzierung könnten wir genauso viel erreichen", gibt Leinen zu bedenken. Er fordert deshalb umzusteuern - vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger: "Es wird ein Energienetz wie beim Internet entstehen, in das jeder einspeisen, aber auch entnehmen kann." Die Trennung von Stromerzeugern und Stromnetz-Betreibern als Folge einer EU-Initiative lobte Leinen als richtig und zukunftsweisend. Die EU-Ziele für das Jahr 2020 - 20 Prozent weniger Energieverbrauch, 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß und 20 Prozent mehr alternative Energien - seien zu erreichen, aber vom Wissen zum Handeln sei es oft ein weiter Weg, und ohne ein Mitwirken der Bevölkerung werde sich gar nichts verändern. Deshalb müssten auch regionale Initiativen gestartet werden, die den Lebens- und Konsumstil in den Industrienationen verändern wollen, ohne auf Lebensqualität zu verzichten.Im Bereich Industrie, die für 40 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sei, fordert Leinen den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien, aber auch ein Weiterbetreiben der saarländischen Kraftwerke mit saarländischer Kohle. In diesem Punkt pflichtete ihm der Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher Leinen bei.Im Bereich der Haushalte, die ebenfalls mit 40 Prozent zur CO2-Belastung beitragen, sei die Einführung des Energiepasses für alle Gebäude die richtige Entscheidung. Im Verkehr, der für die restlichen 20 Prozent CO2 verantwortlich sei, wäre das Hybrid-Fahrzeug eine Übergangslösung, die Zukunft könnten Elektro- oder Wasserstoff-Autos sein. Die Bundespolitik forderte Leinen auf, wie in Frankreich einen Industriefonds zu gründen, der den Erwerb umweltfreundlicher Geräte und Autos finanziell unterstützen soll. Bei der Diskussion, die Christoph Kinsinger (BUND) moderierte, wurden viele lokale Themen angesprochen. Bürgermeister Speicher versprach, Dachsanierungen an öffentlichen Gebäuden zu nutzen, um dort Photovoltaik-Anlagen anzubringen. Das nächste Projekt sei an der Pater-Ebersweiler-Schule vorgesehen. Zudem könnte in der ehemaligen Kiesgrube Schmeer eine größere Solaranlage installiert werden. Nikolaus Jost (SPD-Fraktion) forderte, auf dem Trimm-Treff eine Kollektor-Anlage zu installieren, um das Badewasser zu erwärmen. Franz Hertel (DKP) verlangte, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. hjs