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„Das geht mir auf den Strich“

Köllertal. Das Jahr 2016 geht zu Ende. Im Köllertal ist in den vergangenen zwölf Monaten viel passiert, und es wurde viel geredet. Die Saarbrücker Zeitung hat eine Auswahl der lustigsten Sprüche und Versprecher zusammengestellt und serviert sie in zwei Teilen. Fredy Dittgen

Sprichwörter werden immer wieder zu Stolperfallen. Vor allem, wenn man sich aufregt. Wie der Wahlschieder Ortsvorsteher Reiner Zimmer (SPD ), der in der Ortsratssitzung am 20. Oktober über die Verwaltung schimpfte: "Da kann man nur den Brass haben, das geht mir einfach alles auf den Strich."


Einen spektakulären Blick in die Zukunft wagte der Obersalbacher Ortsvorsteher Kilian Näckel (CDU ) bei der 50-Jahr-Feier der SF Obersalbach am 22. Oktober. Näckel appellierte an Bürgermeister Redelberger, dem Fußballverein endlich zu einem Rasenplatz zu verhelfen: "Wenn der Verein sein nächstes Jubiläum feiert, dann heißt es vielleicht: Bürgermeister Thomas Redelberger war es zu verdanken, dass in Obersalbach ein Rasenplatz gebaut wurde." Diese Steilvorlage verblüffte den Bürgermeister total: "Die Ortsvorsteher werden immer pfiffiger."



Als der Holzer Ortsrat am 17. November über neue Ortseingangsschilder debattierte, unterlief Doris Luksic (FDP ) ein Versprecher, den manche vielleicht als Freud'sche Fehlleistung auslegen: "Wo kommt das Ortsratsschild denn hin?"

In der Heusweiler Gemeinderatssitzung am 28. November sagte Hans-Kurt Hill (Die Linke ), wenn die Gemeinde die Chance nicht genutzt hätte, Fördergelder für eine Sanierung des Wahlschieder Kunstrasenplatzes zu beantragen, dann "hätte sie die Arschkarte gezogen". Bürgermeister Redelberger meinte daraufhin: "Von einer Arschkarte hab' ich im Fußball noch nie was gehört." Hill klärte ihn auf: "Man merkt, dass es Generationen gibt, die nur Farbfernsehen kennen. Die Arschkarte war die Karte, die der Schiedsrichter hinten in seiner Hose stecken hatte."

Am 21. Dezember musste der Eiweiler Ortsvorsteher Richard Wachall (CDU ) die leidvolle Erfahrung machen, dass man nach einem chirurgischen Eingriff mit lokaler Betäubung besser keine Ortsratssitzung leiten sollte: Der Rat sprach über die Neugestaltung des Spielplatzes an der Großwaldhalle. Dazu stellte die SPD-Fraktion Fragen, und Wachall gab bereitwillig Auskunft. Als keine Nachfragen seitens der SPD mehr kamen, wollte er wissen: "Gibt's noch mehr von eurer Sorte?" Und wenig später rutschte Wachall sogar in Hochdeutsch mit Striefen ab: "Es wird darüber nachgedenkt, noch ein kleines Spielgerät anzuschaffen."