Darf's ein wenig Schlagzeug sein?

Musik und Instrumente in allen Variationen, zum Zuhören und zum Ausprobieren: Das lockte am Sonntag viele Besucher in die Musikschule Püttlingen, die bei ihrem jährlichen Musikfest auch immer wieder neue Schüler findet.

Noch etwas schüchtern sitzt der kleine Bub vor einem der beiden großen Schlagzeuge in einem der Musikschul-Übungsräume. - Die Musikschule Püttlingen hatte am Sonntag zum Musikfest auf dem Gelände der Grundschule Viktoria auf Ritterstraße geladen, die Musikschule grenzt unmittelbar an die Grundschule an.

Auf dem T-Shirt des Nachwuchs-Schlagzeugers prangt ein Gesicht, das dem etwas durchgeknallten Schlagzeuger der Muppetsshow mit dem passenden Namen Animal ziemlich ähnlich sieht. Zaghaft schlägt Jonas zunächst eines der vielen Becken an. Während der klare Ton langsam ausklingt, beschließt er, jetzt auf die Felle zu hauen. Dieses Mal mit mehr Schwung und entsprechend lauter. Vor Schreck hält Jonas kurz inne. Doch er lächelt. Jetzt weiß er in etwa, mit wie viel Kraft er spielen muss. Das Schlagzeugspielen macht ihm nun Spaß, und Minuten später meldet ihn seine Mama zum Schnupperkurs bei Schlagzeuglehrer Stephan Decker an.

Wie beliebt die Schlag- und Perkussions-Instrumente bei den Musikschülern sind, zeigt sich an einer Wand des Übungsraums: An ihr hängen kleine Gemälde, denn "jeder, ob groß, ob klein, muss ein Erinnerungsbild malen", sagt Decker. Dass die Schlagzeugkurse zu den beliebtesten zählen, bestätigt Stefan Weber. "Klavier liegt aber noch vor Schlagzeug und Gitarre", berichtet der Musikschulleiter. Beliebt sind auch Blasinstrumente wie das Saxofon. Nur eines läuft nicht: "Blockflöte mag niemand."

Während Decker darauf besteht, die lauten Drumsets mit Gehörschutz zu spielen, geht es bei den Querflöten viel ruhiger zu: Sina versucht, dem Instrument zarte Töne zu entlocken - und braucht einige Anläufe, bis das Blasinstrument überhaupt klingt. Sie verzagt aber nicht, und schon bald klingt der Ton fest und sicher.

Im Bandraum sind inzwischen die an der Reihe, die schon einige Schritte weiter sind als Anfänger Jonas. Laurin Franz zum Beispiel, der den Takt zu Metallicas "Nothing else matters" schlägt, oder Alexandra Marx, die gerne Bon Jovi spielt, etwa "It's my life". Und schließlich wird sogar noch in großer Besetzung mit Pauken und Gong gespielt - eine Vorführung von Thomas Kraus und seinem Schlagzeug-Ensemble; sie ist nur eines von vielen kleineren Konzerten.

Aurelia Kalla am Cello.

Die Streicher spielen je nach Ausbildungstiefe Volkslieder, Tänze oder Klassisches, ebenso die Schüler an den Tasteninstrumenten und die Bläser. Und dann gibt es ja noch die Orchester, die das Musikfestprogramm einrahmen: das Jugendorchester und das Große Orchester, die zuletzt schon beim gemeinsamen Konzert am Püttlinger Kulturbahnhof zu gefallen wussten. Alle Konzerte waren ausnahmslos gut besucht. Musikschulleiter Weber weiß warum: "Es ist wichtig, dass die Kleinen den Großen zeigen, was sie schon alles können."