Da paddeln die Nationen

„Vielfalt – das Beste gegen Einfalt!“ Unter diesem Motto beteiligt sich die Stadt Püttlingen mit Partnern an der bundesweiten „Interkulturellen Woche“. Ziel der Veranstaltung ist das friedliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Man mag es kaum glauben: "In Püttlingen leben mittlerweile Menschen aus über 40 Nationen ", das berichtet Carmen Helfgen, Integrationsbeauftragte der Stadt Püttlingen . Besonders im vorigen Jahr sind, wie überall in Deutschland, viele Flüchtlinge angekommen.

Beschworenes Ziel ist die gelungene Integration dieser Menschen. Was ist damit gemeint? "Hier ankommen, hier leben, hier Fuß fassen", antwortet Helfgen. Und Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher resümiert: "Wir sind der Überzeugung, dass unsere bisher geleistete Integrationsarbeit erfolgreich war."

Dazu rechnet der Verwaltungschef die Beschaffung von Wohnraum: "Da haben wir im Augenblick genügend Reserven." Zur Integration gehört jedoch mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Aus diesem Grund hat die Stadt Püttlingen in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis für Integration und Migration ein interkulturelles Begegnungs- und Lernzentrum eingerichtet, das - wie gestern von uns berichtet - am Sonntag eröffnet wird.

Damit beginnt auch in Püttlingen die Neuauflage der bundesweit ausgerufenen "Interkulturellen Woche" (25. September bis 4. Oktober). Gemäß dem Motto "Vielfalt - das Beste gegen Einfalt!" beteiligen sich in Püttlingen neben der Stadt selbst auch Schulen, Kindertageseinrichtungen, der erwähnte Freundeskreis, der Aussiedlerverein im Köllertal, die Flüchtlingsinititative der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg/Köllerbach, das Dekanat Völklingen sowie das Deutsche Rote Kreuz mit einem bunten Programm.

"Nach dem gelungenen Integrationsfest im vorigen Jahr ist es uns jetzt gelungen, 16 Veranstaltungen in das Programm aufzunehmen", schildert Helfgen und freut sich über die spontane Bereitschaft zum Mitmachen der genannten Partner.

Das Programm beschäftigt sich in der kommenden Woche mit Kulturen und Religionen, mit Folklore, Kunst und Küchengeheimnissen aus aller Welt. Vorgesehen ist unter anderem ein "Tag der offenen Moschee ", eine Kirchenführung, ein interkulturelles Frühstücksbüffet mit kulinarischen Beiträgen aus den Heimatländern der Teilnehmer, aber auch ein Erste-Hilfe-Kursus für Flüchtlinge , der für eine in Deutschland gültige Fahrerlaubnis notwendig ist. Aber auch Diskussionen gehören dazu und - auf Wunsch vieler Migranten - eine Exkursion nach Trier als der ältesten Stadt Deutschlands (die Exkursion ist bereits ausgebucht).

Etliche Termine sind "intern", etwa in Schulen und Kindergärten. Es gibt aber auch öffentliche Termine. Ein Höhepunkt unter diesen findet auf dem Wasser statt, nämlich das "Drachenboot fahren für Jugendliche aller Nationen " in Zusammenarbeit mit der Peter Wust-Schule Püttlingen und dem "Ersten Drachenbootverein Saar". Dieser Termin steht unter dem passenden Motto "Wir sitzen alle in einem Boot", gepaddelt wird am Freitag, 30. September, Anmeldungen sind noch möglich (siehe Info).

Bürgermeister Speicher resümiert: "Um den sozialen Frieden zu garantieren und den Integrationsprozess der Flüchtlinge und Migranten weiter zu intensivieren, gilt es, Transparenz und Möglichkeiten zur Begegnung der Kulturen zu schaffen. Das sollte uns mit diesem umfangreichen und ansprechenden Programm gelingen."

Öffentliche Termine der Interkulturellen Woche: Eröffnung des interkulturellen Begegnungs- und Lernzentrums, Völklinger Straße 4, am Sonntag, 25. September, 11 Uhr: offener Flüchtlingstreff mit kulinarischen Angeboten aus Deutschland, Syrien und Afghanistan in Räumen des DRK, Bengeser Straße 29, am Montag, 26. September, 19.30 Uhr, Tel. (01 63) 4 28 11 36; russischer Folkloretanz mit Olga Amann am Dienstag, 27. September, 15.30 Uhr, beim Verein "Aussiedler im Köllertal", Viktoriastraße 26; Workshop "Russische Malerei", Mittwoch, 28. September, 15 Uhr, Viktoriastraße 26; Drachenboot fahren für Jugendliche aller Nationen auf der Saar: Freitag, 30. September, 16 Uhr (Anmeldung bei der Stadt); Erste-Hilfe-Kursus für Flüchtlinge (auch zum Erwerb der Fahrerlaubnis) DRK-Heim, Bengeser Straße 29, Samstag, 1. Oktober, 9 Uhr; Tag der offenen Moschee mit Führung am Dienstag, 4. Oktober, 18 Uhr, in Völklingen-Wehrden, Bergstraße 9; Kirchenführung, Mittwoch, 5. Oktober, 16 Uhr, im Rahmen des Offenen Begegnungstreffs in der Begegnungskirche Köllerbach in der Oberwies.

Anmeldung: Stadtverwaltung, Tel. (0 68 98) 6 91-1 80; DRK, Tel. (01 63) 4 28 11 36 oder (01 57) 51 44 80 59;

Verein "Aussiedler im Köllertal", Tel. (0 68 98) 69 81 73.