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Cannabis auf Rezept – wenn's hilft

Dr. Gerhard Deynet Foto: Knappschaftsklinik
Dr. Gerhard Deynet Foto: Knappschaftsklinik FOTO: Knappschaftsklinik
Püttlingen. Info-Tag zum Thema Schmerzbehandlung im Püttlinger Knappschaftsklinikum. red

Schmerzen und Schmerzbehandlung - darum geht es beim Info-Tag am Dienstag, 6. Juni, 14 Uhr, im Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen (Konferenzraum in der 8. Etage). Der Info-Tag läuft auch im Rahmen des bundesweiten Schmerz-Aktionstages 2017. In dessen Mittelpunkt stehen neue Entwicklungen bei Therapie und Diagnostik von Schmerzerkrankungen.


"Cannabis auf Rezept?", hat die Püttlinger Klinik als Überschrift gewählt - dabei geht es natürlich um die medizinische Anwendung: "Bei welchen Erkrankungen Cannabis eine Schmerzlinderung bringen kann, wie man es bekommt und welche Risiken es mit sich bringt, erklärt Dr. Gerhard Deynet, Chefarzt der Schmerzklinik", heißt es in der Ankündigung. Auch gehe es darum, "welche bewährten Therapien zur Schmerzbekämpfung sinnvoll sind".

Die Anzahl der Menschen mit chronischen Schmerzen steige. Derzeit berichteten etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) über chronische Schmerzen, wovon etwa 2,2 Millionen stark in ihrem Alltag beeinträchtigt und eingeschränkt seien, so die Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft.



Viele Schmerzpatienten hätten in den vergangenen Jahren eine Odyssee erlebt, wenn sie Cannabis-Präparate benötigten. Inzwischen gibt es Cannabis als Medikament auf Rezept, ein entsprechendes Gesetz wurde im März verabschiedet.

"Wenn ein Arzt begründet eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf oder Symptome erwartet, kann er Cannabis verschreiben. Bisher war das nur mit einer Sondergenehmigung möglich", so Dr. Deynet.

Bei einer "Erstverordnung" bedürfe es allerdings vorher der Genehmigung der jeweiligen Krankenkasse. Ob bei medizinischem Cannabis eine Abhängigkeit entstehen kann, soll mit einer Begleitstudie geklärt werden, an der alle Cannabis-Patienten teilnehmen, die das Medikament von der Kasse erstattet bekommen.

Ein weiteres Thema ist eine neue Form der so genannten Neurostimulation für Schmerzpatienten, das die Klinik für Schmerztherapie im Krankenhaus Püttlingen entwickelt habe und die sehr effektiv sei.

Zur Erklärung des Verfahrens heißt es: "Bei der Spinalganglion-Stimulation kann das betreffende Schmerzsignal erstmals gezielt an der Nervenwurzel gestoppt werden", das Verfahren sei "ein Durchbruch in der Behandlung lokal begrenzter Schmerzen", so Dr. Deynet. Die Schmerzklinik biete dazu regelmäßige Termine in der Spezialambulanz an. Vorab könne bereits ein einfacher Fragebogen angefordert werden, um zu klären, ob diese Methode dem Patienten helfen kann.

Auch weitere Verfahren zur Schmerzbekämpfung werden bei dem Info-Nachmittag vorgestellt. Im Anschluss werden die Fragen der Besucher beantwortet.