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Burg Bucherbach bietet perfekte Kulisse

Köllerbach. Verein „Die Tafelrunde“ und die Stadt Püttlingen laden über Pfingsten zum mittelalterlichen Treiben in Köllerbach ein. Walter Faas

Roh, herrisch, inhuman. War so das Mittelalter? Oder eher kunstfertig, von gelehrter Aufbruchstimmung, faszinierend? "Hautnah für alle Sinne", mit diesen Worten verspricht das mittlerweile 13. mittelalterliche Treiben in Köllerbach das Eintauchen in eine fremde und doch vertraute Welt.


Das Ambiente könnte stimmiger kaum sein. Entstanden im frühen 13. Jahrhundert, bildet die Burg Bucherbach den reizvoll-historischen Kern von Köllerbach. Genau hier siedelt der Verein "Die Tafelrunde" seit Jahren sein Mittelalterliches Treiben an. Dass diese Epoche regelrecht boomt, hat Gründe. "Das Mittelalter fasziniert uns, weil es uns eine völlig andere exotische Welt zeigt, die aber gleichzeitig unsere eigene Geschichte ist", sagt Medien-Psychologe Jo Groebel. "Wir sind fasziniert und auch schockiert über unsere Herkunft. Wir lieben das Fremde in unserer eigenen Geschichte. Das Mittelalter steht für Abenteuer, das Geheimnisvolle, für Mythen, Spiritualität, Religiösität - alles Dinge, nach denen wir uns in unserer heutigen Zeit oft sehnen." Ludwig Heil, Vorsitzender des Tafelrunde-Vereins, ist stolz, "seit über einem Jahrzehnt vertrauensvoll mit der Stadt Püttlingen zusammenzuarbeiten zu dürfen. Diese Veranstaltung lebt vom familiären Klima, der Konstanz und der Qualität."

Nach dem Start an diesem Freitag (siehe Infokasten) geht es dann an den drei folgenden Tagen im großen Lager um Mittelalter pur - hier einige Stichpunkte: "In Taberna quanda sumus, in der Kneipe kümmert uns nicht das Morgen!" Hier gibt es gleich zwei Alkoholix-Tavernen. Plus das mittelalterliche Badehaus, die Darstellung der Templerkomturei Pinningen mit historischem OP-Besteck für chirurgische Eingriffe, "heißes Handwerk" mit Bronzegießerei aus dem Projekt "Sachsenglut", Zauberei, eine historische Modenschau und Unterhaltungsmusik "Anno Dunnemal", mit Harfe, Dudelsack und vergessen geglaubten Blas- und Schlaginstrumenten. Neben mittelalterlichem Trank und Speis bieten die Händler, auch Buckelkrämer genannt, historische Gewandungen, Geschmeide, Lederwaren, Keramik oder Rüstzeug an. Interessierte werden mit dem Handwerk des Bogenbaus vertraut gemacht, Kinder dürfen sich über Ponyreiten und Bogenschießen freuen. Heil: "Rückgrat der Veranstaltung ist das Lager der Tafelrunde, das programmatisch durch Schaukämpfe, Gaukelei, Tanz und Feuerprogramm rahmengebend wirkt." Das Programm läuft am Samstag von 14 bis 22 Uhr, am Sonntag von 11 bis 20 Uhr, am Montag von 11 bis 18 Uhr.



Zum Thema:

Das Mittelalterkonzert mit Pipes'n'Strings am Freitag, 2. Juni, in der Martinskirche Köllerbach steht im Zeichen des 500. Reformationsgeburtstages. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, ab 19 Uhr führt Pfarrer Professor Joachim Conrad durch die Kirche. Pipes'n'Strings spielt Folkmusik und Werke des Mittelalters, der Renaissance und des Frühbarock. Die von der Gruppe selbst komponierten Stücke lassen sich von ihrem Charakter her auch diesen Stilrichtungen zuordnen. Dominierende Instrumente sind Flöten, Mandola, Laute, Trommel, Gitarre, Dudelsack und Rauschpfeife. Der Eintritt ist frei; am Ausgang wird um eine Spende für den Erhalt der Kirche gebeten.

 Pipes'n'Strings spielt an diesem Freitag in der Köllerbacher Martinskirche. Foto: Stiftung Martinskirche
Pipes'n'Strings spielt an diesem Freitag in der Köllerbacher Martinskirche. Foto: Stiftung Martinskirche FOTO: Stiftung Martinskirche