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Arbeiten am Kanal
Bürger interessieren vor allem die Kosten

Ausgaben der Stadt Püttlingen: Dafür interessierten sich Zuhörer in Köllerbach (Symbolbild).
Ausgaben der Stadt Püttlingen: Dafür interessierten sich Zuhörer in Köllerbach (Symbolbild). FOTO: picture alliance / dpa / Jens B¸ttner
Köllerbach. 50 Zuhörer verfolgen in Uhrmachers Haus die Ausführungen des städtischen Tiefbauamtes zum neuen Abwasserkanal. Von Walter Faas

Bauingenieur Hans Egon Maurer leitet die Tiefbauabteilung im Eigenbetrieb Technische Dienste der Stadt Püttlingen. Dort verwalten die Mitarbeiter ein städtisches Kanalnetz in einer Länge von rund 150 Kilometer. Passend zu einem Baumarkt-Slogan heißt es auch hier: „Es gibt immer was zu tun!“ Will heißen: Die Pflege des Abwassers kostet die öffentliche Hand Millionen Euro. Gar nicht alles auf einmal könne, mangels Geld, getan werden, deswegen habe die Stadt Püttlingen ein Kanal-Kataster für die kommenden Jahre erstellt, erläuterte Maurer in einer Bürgerversammlung in Uhrmachers Haus.


Dort ging es in erster Linie um die Straßen Adamsgarten, Jakobstraße und Beim Kreuz. Die liegen im Stadtteil Köllerbach und brauchen dringend neue Abwässergräben, das hat eine Verfilmung ergeben. Und viel tiefer als bisher müssen sie auch liegen, weil mehrere (die am tiefsten gelegenen) Häuser Probleme mit Rückstaus haben. Das stinkt, im wahren Sinne des Wortes. Je tiefer, desto teurer wird die Angelegengeheit, das ist auch klar. Erstens kriegen die Rohre einen größeren Durchmesser, schließlich verbraucht jeder Bürger statistisch 125 Liter Wasser am Tag. Zweitens muss danach der Straßenbelag erneuert werden, plus die Bürgersteige, die abgesenkt werden. Löhnen muss die Stadt.

Weil aber, laut Püttlinger Satzung, jedes Haus mindestens über einen richtig funktionierenden Hausanschluss verfügen muss, werden die Grundstückseigner mit Kosten rechnen müsssen. Denn diese Hausanschlüsse, so Maurer, gehen laut Satzung zu deren Lasten. Mehr als die technischen Fragen des Tiefbaus – die Rede war etwa von offener und/oder grabenloser Bauweise, von Schlauch-Inlinern, Flüssigverfüllung und erschütterungsfreiem Ausbau – interessiert die Bürger naturgemäß die Frage: Was kostet mich das?

Genau beziffern könne er das nicht, lautet sinngemäß die Antwort des Tiefbau-Ingenierurs; es komme halt auf die Entfernung vom Haus zum Hauptkanal an, und auf die Preise von Fachfirmen. Die Erfahrung aus anderen Wohngebieten, so Maurer, habe gezeigt, dass die Sanierung eines Hausanschlusses  zwischen 2000 und 6000 Euro kosten könne.

Die Arbeiten sollen in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres beendet sein. Vor Baubeginn untersuche ein Gutachter im Auftrag der Stadt alle Häuser im Adamsgarten, um etwaige Schäden an den Gebäuden bereits jetzt zu dokumentieren. Damit sollen spätere Klagen ausgeschlossen werden.



In allen Fragen, die das Kanalnetz in und um die Straße Adamsgarten betreffen, können sich die Menschen, während der Dienstzeiten des Technischen Rathauses in Köllerbach, jederzeit beraten lassen und zwar unter Telefon (0 68 98) 69 10.