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Bischof Ackermann entmachtet Köllerbachs Verwaltungsrat

Bischof Ackermann entmachtet Köllerbachs Verwaltungsrat

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann geht erneut mit harter Hand gegen Kritiker der Bistumsleitung vor. Ackermann will dem Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu in Köllerbach seine Befugnisse und Vertretungsrechte entziehen.

Dies teilte Ackermann jetzt dem Pfarrgemeinderat mit der Aufforderung einer Rückäußerung mit. Bistumssprecher André Uzulis dementierte am Freitag auf SZ-Anfrage diesen Vorgang nicht und erklärte, dass sich das Bistum Anfang der kommenden Woche zu den Fragen äußern wolle. Vor zwei Wochen hatte Ackermann bereits den Beckinger Pfarrer Christoph Eckert seines Amtes enthoben, nachdem sich dieser geweigert hatte, die Pfarrei zu wechseln. Etwa 100 Katholiken hatten am vergangenen Samstag gegen diese Entscheidung Ackermanns in Trier demonstriert.

Nach SZ-Informationen begründet Ackermann seine Entscheidung zur Entmachtung des Köllerbacher Verwaltungsrates damit, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Verwaltungsrat nicht mehr möglich sei. Diese Lage habe auch erhebliche Auswirkungen auf die Seelsorge in der Gemeinde. Der Verwaltungsrat verwaltet die Finanzen der Gemeinde, Vorsitzender ist Pfarrer Franz-Josef Werle. Offenbar soll der Pfarrer nun neue Vertrauenspersonen benennen. Werle war aus dem Verwaltungsrat auch dafür kritisiert worden, dass er die Anweisung erteilt hatte, künftig nur christliche Flüchtlinge im Pfarrhaus in Köllerbach unterzubringen (die SZ berichtete). Derzeit lebt dort bereits eine syrische Familie muslimischen Glaubens.