Handball-Oberliga: Bewegender Abschied nach zehn Jahren

Handball-Oberliga : Bewegender Abschied nach zehn Jahren

Der HSV Püttlingen hat seine vorletzte Saisonpartie in der Handball-Oberliga gegen die TG Osthofen mit 22:19 gewonnen. Für Hans-Werner Müller war es das letzte Heimspiel als Trainer. Sein Nachfolger wird Miodrag Jelicic.

Hans-Werner Müller war gerührt. Der Trainer des HSV Püttlingen saß im Heimspiel seiner Mannschaft gegen die TG Osthofen zum letzten Mal vor eigenem Publikum auf der Bank. Der Verein, die Mannschaft und die Fans bereiteten ihrem Erfolgstrainer einen gebührenden Abschied. Neben Dankesworten vom Spielausschuss-Vorsitzenden Cornell Müller enthüllten die knapp 120 Zuschauer mit den Spielerinnen ein riesiges, elf Meter großes Plakat mit der Aufschrift „Vielen Dank HW“. Und für nach dem Spiel hatte der Club ein Essen und eine Party im Bistro des Püttlinger Trimm-Treffs vorbereitet.

„Da ging es ziemlich lang, am Montag war ich nicht so fit“, berichtete Hans-Werner Müller und lachte dabei. Der 60-Jährige freute sich sehr über die vielen Gesten. „Ich bin normalerweise kein emotionaler Mensch. Aber als ich das alles gesehen habe, waren meine Augen kurz davor feucht zu werden“, gab der scheidende Trainer zu. Müller wird kommende Saison auf dem Trainerposten von Miodrag Jelicic abgelöst (wir berichteten). Dem HSV Püttlingen bleibt er aber als Mannschaftsmanager erhalten. Zudem will er sich um wirtschaftliche Belange des Vereins kümmern.

Hans-Werner Müller hatte die Frauen-Mannschaft des Vereins im Jahr 2008 in der Saarlandliga übernommen. Unter seiner Regie schaffte der HSV Püttlingen 24 Monats später die Rückkehr in die Oberliga, aus der der Verein 2005 abgestiegen war. Die vergangenen drei Spielzeiten beendete der HSV jeweils als beste weibliche Handball-Mannschaft im Saarland. In den vergangenen vier Jahren gewann der HSV zudem den Saarlandpokal.

Einen Erfolg konnte Hans-Werner Müller auch in seinem letzten Heimspiel auf der Püttlinger Trainerbank feiern. Gegen den Tabellenachten TG Osthofen setzte sich der HSV mit 22:19 (11:10) durch. Dank des Sieges hat Püttlingen sein zweites Saisonziel erreicht. Nach dem Gewinn des Saarlandpokals im April wird der Tabellendritte die Oberliga-Saison als bester Saar-Club beenden. Einen Spieltag vor Saisonende liegt Püttlingen vier Punkte vor der HSG Marpingen-Alsweiler. Der Tabellenfünfte gewann mit 26:20 bei der SG Bretzenheim II. „Unsere Ziele waren hoch gesteckt. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir sie erreicht haben“, erklärte Hans-Werner Müller.

Im Spiel gegen Osthofen hatte der HSV Püttlingen ein hartes Stück arbeit vor sich, ehe der knappe Erfolg eingetütet war. „Wir haben lange kein Mittel gegen Osthofens Abwehr gefunden. Wir haben zwar zumeist geführt, aber absetzen konnten wir uns nie“, berichtete Hans-Werner Müller. Zur Pause führte seine Mannschaft mit 11:10.

Nach dem Seitenwechsel konnte die saarländische Nummer eins ihre Führung auf 15:12 ausbauen. Doch dann leisteten sich die Gastgeberinnen eine Schwächephase: Elf Minuten vor Schluss stand es plötzlich 18:16 für die Gäste. „Danach hat meine Mannschaft aber wie so oft in dieser Saison Moral bewiesen“, freute sich der Trainer. Sie drehte das Ergebnis und hatte am Ende mit 22:19 die Nase vorn. Beste Werferinnen des HSV waren Renata Szabo und Marion Müller mit je acht Toren. Die weiteren Treffer steuerten Blerta Ilazi, Kira Martin und Karoline Bittern bei. Dem Trio gelangen jeweils zwei Tore.

Am kommenden Samstag ist Püttlingen um 19.30 Uhr im letzten Saisonspiel beim TV Bassenheim zu Gast. Der liegt punktgleich mit dem HSV auf Platz vier.

Der HSV Püttlingen meldet zwei Neuzugänge für die kommende Saison: vom Saarlandligisten HC Überherrn kommt Rückraumspielerin Charlotte Braun und vom Saarlandligisten HC St. Johann Kreisläuferin Alexandra Bos.

Mehr von Saarbrücker Zeitung