Bergmannsverein "St. Barabara in Köllerbach hat wieder eine Zukunft

Auflösung ist abgewendet : Bergmannsverein hat wieder eine Zukunft

Neuer Vorstand soll am 22. September in Köllerbach gewählt werden.

Dem Bergmanns- und Unterstützungsverein „St. Barbara“ in Köllerbach drohte die Auflösung. Quasi „auf den letzten Drücker“ vor der entscheidenen Generalversammlung hat sich nun eine neue Mannschaft gemeldet, die den Tradtionsverein erhalten will.

Kurzer Rückblick: Der Gedanke, sich unter Bergleuten genossenschaftlich zusammenzuschließen, um in Notzeiten besser gerüstet zu sein, führte im Jahr 1925 zur Gründung des Bergmanns- und Unterstützungsvereins St. Barbara Köllerbach. Bis heute halten 680 Mitglieder dem Verein die Treue, unter anderem auch deshalb, weil der Jahresbeitrag von 18 Euro eine Sterbeversicherung in Höhe von 850 Euro beinhaltet. Gut zwei Dutzend so genannte Trachtenträger kümmern sich, auch nach dem Ende des Steinkohlebergbaus, bei diversen Gelegenheiten um den Erhalt des bergmännischen Kulturerbes. Sie nehmen an Umzügen, Bergfesten und Gottesdiensten teil, besonders am 4. Dezember, dem Namenstag der Bergbau-Schutzpatronin Barbara.

Stolz sind die Köllerbacher auf ihr Bergbau-Freilichtmuseum am Aspenschacht, das sie in eigener Regie aufgebaut haben und erhalten. Dafür gibt es jetzt sogar einen Zuschuss aus dem städtischen Haushalt. Die neue Püttlinger Bürgermeisterin Denise Klein (SPD) hat sich bei ihrem Antrittsbesuch im Vereinsheim „Zum Alten Kumpel – Historische Bergmannsstube“ die Ziele des Vereins erklären lassen. Klein: „Die Erinnerung an den Bergbau als wichtiger Teil unserer Geschichte darf nicht verloren gehen. Dazu trägt der Bergmannsverein entscheidend bei. Ich freue mich, dass nun wieder frischer Wind in die Vorstandsarbeit kommt.“

Denn nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Manfred Martin hatte sich zunächst kein neuer Vorstand gefunden, erklärt Pressesprecher Jürgen Conrad. Deshalb drohte die Vereinsauflösung. Conrad: „Dank der Initiative unseres Mitglieds Adalbert Zimmer konnte die missliche Lage beendet werden.“ Horst Kerren, eigentlich ein Bürger aus dem Saarlouiser Stadtteil Altforweiler, hat sich bereiterklärt, den Vorsitz im Bergmanns- und Unterstützungsverein Köllerbach einschließlich einer bereits feststehenden neuen Mannschaft zu übernehmen. Kerren: „Ich bin dem Verein seit Jahren verbunden und möchte meine Energie daran setzen, ihn und besonders seine Traditionspflege zu erhalten und nach Möglichkeit zu erweitern.“

Engagiert für den Bergmannsverein St. Barbara (von links): Der designierte neue Vorsitzende Horst Kerren, Karl Heinz Honecker, Jürgen Conrad, Adalbert Zimmer sowie der kommissarische Vorsitzende Frank Lind. Foto: Walter Faas

Nachdem also in der bevorstehenden Generalversammlung am Sonntag, 22. September, 17 Uhr, im „Alten Kumpel“ der neue Vorstand gewählt wird, stehen neue Aufgaben bevor. Kerren erklärt, es sei geplant, an verschiedene historische Grabstätten von verunglückten Bergleuten zu erinnern. Als Beispiele nennt er das große Grubenunglück von Luisenthal – dort starben bei einer Schlagwetterexplosion am 7. Februar 1962 insgesamt 299 Bergleute –, sowie den Seilriss am Püttlinger Mathildeschacht am 16. März 1907, bei dem 22 Bergmänner starben. Die Stadt Püttlingen habe ihre Unterstützung bereits zugesagt. Und am Barbaratag, Mittwoch, 4. Dezember, liest Pressewart Conrad in der Buchhandlung Balzert in Püttlingen die Novelle „Die Bergwerke von Falun“ von E.T.A. Hoffmann.

Mehr von Saarbrücker Zeitung