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Bei den SF Köllerbach gab es einen großen personellen Umbruch

Fußballmannschaft erfindet sich neu : Verjüngungskur bei den SF Köllerbach

Beim Fußball-Saarlandligisten gab es in der Sommerpause einen personellen Umbruch – und einen Rückkehrer.

Obwohl der Ball wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März ruht, wurde den Verantwortlichen des Fußball-Saarlandligisten SF Köllerbach in den vergangenen Wochen keineswegs langweilig. Denn Neu-Trainer Robin Vogtland kehrt nach einem Jahr bei der Spvgg. Quierschied zu den SF zurück. Und die Vereinsverantwortlichen arbeiteten mit Hochdruck an der Kaderplanung für die neue Spielzeit 2020/21, die nach den Plänen des Saarländischen Fußballverbandes am ersten September-Wochenende starten soll.

 „Wir haben oft bis ganz spät am Abend zusammengesessen. Wir wollten nämlich nicht nur einfach Spieler verpflichten, sondern Akteure die jung und entwicklungsfähig sind und die charakterlich zu uns passen“, berichtet Vogtland. „Unsere Abgänge mit jungen Spielern aus der Region zu ersetzen ist der richtige Prozess“, erklärt Köllerbachs Sportvorstand Bernd Gillet.

Dies gelang ihm und seinen Vorstandskollegen. Die meisten der insgesamt elf Neuzugänge sind um die 20 Jahre alt. Hinzu kommen aber auch einige erfahrene Akteure, wie Rückkehrer Mergim Kuqi (zuletzt SC Brebach) oder Sebastian Piotrowski, der für die SV Elversberg schon in der 3. Liga spielte.

Köllertal hat so viele neue Spieler verpflichtet, weil sieben Akteure den Club verlassen haben. Besonders schmerzhaft ist sicher der Verlust von Torjäger Valentin Solovej, der sich genau wie Mike Seewald und Nils Borgard dem Ligakonkurrenten TuS Herrensohr angeschlossen hat.

Solovej erzielte in den vergangenen fünf Spielzeiten exakt 111 Tore für die Sportfreunde. „Ihn werden wir nicht eins-zu-eins ersetzen können“, sagt Vogtland. „Wir wollen das auf mehrere Schultern verteilen und insgesamt in der Offensive flexibler agieren“, erklärt der B-Lizenz-Inhaber. „Mit Jan Issa und Sebastian Piotrowski haben wir immer noch eine gute Qualität vorne. Zudem gibt es noch den ein oder anderen jungen Offensivspieler, der neu bei uns ist und dem ich zutraue, direkt einzuschlagen.“

Piotrowski ist allerdings derzeit noch nicht zu einhundert Prozent fit, nachdem er sich im Frühjahr 2019, damals noch als Spielertrainer des Verbandsligisten VfB Theley, einen Kreuzbandriss zuzog.

Gillet bedauert nicht nur den Weggang von Solovej. „Alle die gegangen sind, sind waren langjährige verdiente Spieler“, sagt der Sportvorstand. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ließ er beispielsweise Fabio Götzinger zum Oberligisten FV Diefflen ziehen. „Dass Fabio geht, tut mir besonders leid. Aber er hat sich so gut entwickelt, dass man ihm nicht böse sein kann, wenn er nun eine Klasse höher spielen will.“

Das neu formierte Köllerbacher Team wird am 19. Juli mit einer Laufeinheit auf freiwilliger Basis in die Vorbereitung starten. Der Trainingsbeginn auf dem Feld soll dann ein paar Tage später erfolgen. Damit wollen die SF gerüstet sein, falls die neue Spielzeit, wie vom Saarländischen Fußballverband geplant, am ersten September-Wochenende beginnt.

„Ich gehe davon aus, dass man dieses Mal in der Vorbereitung andere Schwerpunkte setzen muss als gewöhnlich“, sagt Vogtland mit Blick auf die lange Corona-Zwangspause. „Koordination und Bewegungsabläufe zu trainieren wird wichtig sein. Auch mit Blick auf Verletzungsprophylaxe, da es ja sicher einige englische Wochen geben wird.“

Was vom neuen Köllerbacher Team sportlich zu erwarten ist, lässt sich derzeit angesichts des großen Umbruchs noch schwer einschätzen. „Ziel ist es erst einmal, schnellstmöglich die neuen Spieler zu integrieren“, erklärt Gillet. So sieht es auch Vogtland. „Wie wir abschneiden werden, hängt auch davon ab, wie schnell wir uns zusammenfinden. Gerade das ist aber in der Corona-Zeit nicht so einfach.“

Trotzdem würden die Sportfreunde gerne im vorderen Bereich der Tabelle mitmischen. „Wenn wir unter den ersten Fünf, Sechs mitmischen könnten, wäre das gut. Wenn wir Neunter werden, wären wir aber auch nicht traurig.“

Als Titelanwärter sieht Vogtland die Sportfreunde aber nicht. „Da gibt es ganz andere Kandidaten wie beispielsweise den SV Saar 05, der eine Menge sehr erfahrener Spieler geholt hat“, sagt der 30-Jährige.

Die SF haben übrigens auch Ziele, die nicht an einer Tabellenposition messbar sind: „Die jungen Akteure, die wir geholt haben, sollen auch eingesetzt werden und nicht nur Platzhalter im Kader sein“, erklärt Vogtland. „Wir wollen darüber hinaus jeden Spieler weiterentwickeln und uns so vielleicht auch einen Namen als Talentschmiede machen.“

Rein finanziell gesehen hat Köllerbach die Corona-Krise übrigens recht gut überstanden. „Natürlich sind auch wir betroffen, weil wir laufende Kosten und Einnahmeverluste haben. Aber dramatisch ist die Lage nicht, weil wir in den letzten Jahren gut gewirtschaftet haben“, sagt Gillet.